| 16.42 Uhr

A1-Brücke bei Leverkusen
Lkw-Sperren stoppten schon 20.000 Lastwagen

Minister Groschek nimmt Lkw-Sperre an A1 in Betrieb
Minister Groschek nimmt Lkw-Sperre an A1 in Betrieb FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Lkw-Sperren an der A1-Brücke bei Leverkusen halten seit vergangenem Herbst zu schwere Fahrzeuge davon ab, auf die baufällige Brücke zu fahren. Täglich werden mehr als hundert Transporter aus dem Verkehr gezogen. Eine Bilanz. Von Susanne Genath, Leverkusen

Seit Juni 2014 dürfen keine Lastwagen mehr über die marode Leverkusener Rheinbrücke fahren, seit Ende September 2016 werden sie durch vier Schrankenanlagen davon abgehalten. Das scheint aber immer noch nicht jeden abzuschrecken: Bis zum 10. April wurden 20.192 Lastwagen, die schwerer als 3,5 Tonnen und breiter als 2,30 Meter waren, in den Sperren registriert und abgeleitet, berichtet Sabrina Kieback, Sprecherin des Landesbetriebs Straßen NRW.

34 Lkw schafften es in den vergangenen sechs Monaten trotz der Schranken auf die Brücke. "Sie sind mutwillig gegen die Schranken gefahren und haben sie zerstört", sagt Kieback. Ihre Taten wurde jedoch von den Videokameras aufgezeichnet. Den Fahrern drohen neben den 150 Euro für das Ignorieren von Verbotsschildern weitere Strafen.

Sünder kommen überwiegend aus der Region

Immerhin sieht der Landesbetrieb langsam einen Lerneffekt bei den Brummifahrern. Ende letzten Jahres seien wochentags noch rund 165 Lkw von den Schranken gestoppt worden. "Im März waren es nur noch 115 am Tag." Möglicherweise zeige das Verschicken der Bußgeldbescheide Wirkung.

Denn die meisten Brückensünder kämen nicht – wie oft vermutet – aus dem Ausland, sondern aus der Region: aus Köln, Leverkusen, Bergheim und Düren, berichtet Kieback. Und sie landeten überwiegend in der Sperre auf der Industriestraße in Köln-Niehl. Viele seien Lkw aus den Industriegebieten rund um Ford. "Einige Fahrer wollen auch gar nicht auf die Rheinbrücke. Sie wollen sich nur den Umweg über das Niehler Ei ersparen, weil sie von der Emdener Straße nicht mehr nach rechts auf die Industriestraße in den Kölner Norden oder auf die A1 Richtung Koblenz abbiegen dürfen", erklärt die Straßen-NRW-Sprecherin. "Dafür nehmen sie auch die 150 Euro Bußgeld in Kauf."

Das Rechtsabbiegen sei für Lkw verboten worden, weil der Platz sonst nicht für die Sperranlage gereicht hätte. "Das soll bis Ende Mai aber geändert werden", kündigt Sabrina Kieback an. Dann werde in Niehl eine fünfte Sperranlage in Betrieb gehen, die den Verkehr auf der Industriestraße entzerren soll.

50 Autos fiel Schranke aufs Dach

Darüber hinaus hätten sich schon fast 50 Pkw-Fahrer gemeldet, denen beim Durchfahren der Sperre eine Schranke aufs Wagendach geschlagen sei und das Auto beschädigt habe. "Wir konnten aber stets nachweisen, dass das nur deshalb passiert ist, weil die Fahrer die rote Ampel missachtet hatten." Pkw bekämen dann Rot, wenn sich hinter ihnen ein Lkw in der Sperre befinde. Die Schranke öffne sich erst wieder, wenn der Lastwagen abgeleitet sei.

Auch ein weiterer US-Konvoi sei in einer der Schrankenanlagen gelandet. "Diesmal handelte es sich aber nicht um einen Schwertransporter, für den die Sperranlage etwas auseinandergebaut werden musste, sondern um normale Lastwagen." Die Fahrzeuge der amerikanischen Armee seien – wie alle anderen – abgeleitet, die Kennzeichen notiert worden.

 
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