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Leverkusen
"Lurchtunnel" an der Feuerwache

Neue Hauptfeuer- und Rettungswache Leverkusen
Leverkusen. Den Bau und die Unterhaltung der neuen Hauptfeuer- und Rettungswache lässt sich die Stadt bis 2041 rund 90 Millionen Euro kosten. Damit werde das drei Mal verschobene Projekt so günstig wie. Von Ulrich Schütz

Wenn Hermann Greven auf zwei seiner Dienstwagen schaut, kommen ihm fast die Tränen: "Der Wagen da kostet eine Million Euro, der andere 800.000 Euro. Ich muss sie bei jedem Wetter draußen stehen lassen, weil in der Halle kein Platz ist." Greven, Chef der Feuerwehr Leverkusen, spricht von zwei Spezial-Feuerwehrautos im Hof der Feuerwehrzentrale Stixchesstraße. Im Winter kommt es vor, dass die Fahrer erst Eis kratzen müssen, bevor es in den Einsatz gehen kann.

In etwa zwei Jahren wird dies anders, versprechen die Dezernenten Frank Stein (Finanzen) und Andrea Deppe (Bauen). An der Edith-Weyde-Straße ist dann die neue Hauptfeuer- und Rettungswache fertig (Baustart: Ende des Jahres). Den Vertrag über 90 Millionen Euro und 25 Jahre Laufzeit haben die Dezernenten am Dienstag mit dem Prokuristen der Madora GmbH/LHI Leasing, Thomas Guthier, unterschrieben.

Die neue Hauptfeuer- und Rettungswache liegt zwischen der Eisenbahnlinie Wiesdorf-Köln (rechts) und der Edith-Weyde-Straße. Der Grünstreifen neben den Gleisen wird für die Zauneidechsen angelegt. FOTO: Gattermann+Schossig

Das Kölner Architekturbüro Gatermann+Schossig hat den Bau geplant (15.200 qm Geschossfläche). Das Deutzer Hochhaus "KölnTriangle", das NRW-Schulministerium und auch das "Capricornhaus" Düsseldorf und das RömerMuseum Xanten stammen von den Generalplanern. Sie zeichneten auch das NRW-Landeskriminalamt. So wie Prof. Dörte Gatermann und Kollege Sven Gaeßler von der Leverkusener Feuer- und Rettungswache schwärmen, muss es ein besonderes Bauwerk werden. Das Bauareal muss noch auf Bomben abgesucht werden. Zum Schutz der Zauneidechsen gibt es einen Extra-Grünstreifen, von den Architekten intern auch "Lurchtunnel" genannt.

Die jetzige Feuerwache wurde 1970 bezogen, noch zu Zeiten von Alt-Leverkusen und entsprechend klein. Heute müssen in dem Bau mehr als die doppelte Menge an Feuerwehrleuten (40 bis 50 pro Tag von insgesamt etwa 130 Beschäftigten), dazu kommen die 50 Spezialfahrzeuge. Schlimm für die Feuerwehrleute, die immer an ihrer körperlichen Fitness arbeiten: Das tägliche Training müssen die Retter und Helfer momentan an Geräten im ehemaligen Ölkeller absolvieren. Die neue Wache bietet endlich angemessene Arbeitsbedingungen: ordentliche Werkstätten und Lagerräume (etwa für Medikamente), eine Sporthalle und ein "Brandhaus", an dem die Feuer- und Rettungsexperten unter relativ realen Bedingungen trainieren können. Die Stadt least das Gebäude von der LHI-Gruppe (260 Mitarbeiter, Hauptsitz Pullach). Sie gibt ihr derzeit verwaltetes Investitionsvolumen mit rund 19 Milliarden Euro an. Die Bayern LB ist Finanzierungspartner. Für den Bau und die Unterhaltung der Feuerwehrwache ist die BAM Deutschland AG verantwortlich (760 Mitarbeiter), die zur niederländischen Royal BAM Group gehört (Umsatz: 7,4 Milliarden Euro, 22.000 Mitarbeiter).

Freude über den 90-Millionen-Euro-Vertrag (v.l.): Feuerwehrchef Hermann Greven, die Dezernenten Frank Stein (Finanzen), Andrea Deppe (Bauen) und Thomas Guthier (Prokurist Madora/LHI). FOTO: Matzerath

Da die Freiwillige Feuerwehr Wiesdorf auch in das neue Feuerwehrgebäude Edith-Weyde-Straße (nahe Flugplatz Kurtekotten) umzieht, wird die Stadt für die denkmalgeschützte Feuerwache Moskauer Straße eine neue Nutzung suchen. Die Feuerwehrzentrale Stixchesstraße wird wahrscheinlich als Gewerbegebiet vermarktet, berichtete Feuerwehr-Dezernent Stein.

Video unter www.rp-online.de/leverkusen.

Quelle: RP
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