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Leverkusen
Männermord - acht verdächtige Frauen

Leverkusen: Männermord - acht verdächtige Frauen
Die Lucas-Schülerinnen haben sichtlich Freude an der Darstellung der unterschiedlichen Charaktere. FOTO: UM
Leverkusen. Der Theaterkurs O1 am Landrat-Lucas-Gymnasium hat die Krimi-Komödie von Robert Thomas auf die Bühne gebracht. Von Monika Klein

Die Tapete ist ebenso in die Jahre gekommen, wie das einst vornehme Sofa. Das Bühnenbild lässt erkennen, dass dieses Haus irgendwo auf dem Lande in Frankreich schon bessere Zeiten gesehen hat. In dieser miefigen Atmosphäre prallen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander. "Acht Frauen", lautet der Titel der französischen Kriminalkomödie von Robert Thomas. Sie treffen sich in der abgelegenen Villa einer wohlhabenden Familie.

Der Theaterkurs der Stufe Q1 am Landrat-Lucas-Gymnasium hat den Stoff aus dem Jahre 1962, der später auch mehrfach verfilmt wurde (etwa 2002 mit Catherine Deneuve), unter der Leitung von Lehrer Klemens Büsch erarbeitet. Gestern war Premiere in der Schulaula. Es war ein anstrengender und aufregender Tag für die Mitwirkenden, weil erst am Nachmittag die Bühne für die Generalprobe frei war.

Die Besetzungsliste kommt einem Schultheater-Kurs, bei dem in der Regel Jungenmangel herrscht, sehr entgegen. Der einzige Mann im Haus, das als liebenswert beschriebene Familienoberhaupt Marcel, tritt nämlich gar nicht erst in Erscheinung. Man findet ihn schon kurz nach dem Öffnen des Vorhangs in seinem Zimmer ermordet vor. Da die Hunde in der Nacht nicht angeschlagen haben, kann niemand von außen eingedrungen sein. Folglich ist die Mörderin eine der acht Frauen im Haus. Die könnten unterschiedlicher nicht sein, was den Schülerinnen offensichtlich den größten Spaß machte. Sie bedienten sich der angelegten Rollenklischees, um möglichst unterschiedliche Figuren herauszustellen, mit der gebotenen Portion Humor. Welten trennen die mondäne, aber kühle Ehefrau des Opfers und ihre biedere Schwester vom Typ ältliche Jungfer. Hier die scheinbar dankbare und hilflose Schwiegermutter im Rollstuhl und da die verruchte Schwester Marcels. Seine Töchter erscheinen als Naturkind und Wirbelwind. Selbstbewusst tritt das Zimmermädchen auf, das erst kurze Zeit im Haus ist, mütterlich und integer gibt sich die ältere Köchin.

Trotz aller Kontraste gibt es zwei Gemeinsamkeiten: Erstens macht sich jede von ihnen zunehmend verdächtig. Sogar die ältere Tochter des Hauses, Suzan, die angeblich erst am Morgen vom Auslandsaufenthalt zurückgekehrt war und sofort mit Ermittlungen begann. Tatsächlich war sie schon am Vorabend im Haus, um ihren Vater alleine aufzusuchen. Zweitens haben alle ihre kleinen und größeren Geheimnisse, die im Zuge der Gespräche ans Tageslicht kommen. Bei gegenseitigen Anschuldigungen, Zickereien und Handgreiflichkeiten heizt sich die Stimmung zunehmend auf. Weitere Vorstellungen am 9., 10. und 11. Juni, jeweils ab 19.30 Uhr, in der Aula des Landrat-Lucas-Gymnasiums.

Quelle: RP
 
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