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Auermühle in Leverkusen
Malteser wütend über Kriminalität in Unterkunft

Auermühle in Leverkusen: Malteser wütend über Kriminalität in Unterkunft
Der Eingangsbereich zur ehemaligen Unterkunft an der Auermühle ist geschlossen. Flüchtlinge sind dort nicht mehr untergebracht. FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Mehrere Bewohner einer Leverkusener Flüchtlingsunterkunft sollen gewerbsmäßig Sportbekleidung gestohlen haben. Die Malteser, die die Unterkunft betreuten, fordern harte Strafen für die mutmaßlichen Täter. Unklar bleibt, ob die Unterkunft wegen der dort herrschenden Zustände vorzeitig geschlossen wurde. Die Bezirksregierung bestreitet das.  Von Roman Zilles

"Völlig überrascht und zutiefst geschockt" seien die Malteser gewesen, als die kriminellen Geschehnisse rund um die Flüchtlingsunterkunft an der Auermühle in Leverkusen bekannt wurden, sagt Tim Feister. Er ist der Geschäftsführer des Leverkusener Stadtverbandes, dessen Mitarbeiter die Einrichtung bis zu ihrer Schließung Ende voriger Woche betreuten. Erst als sich ein 22-jähriger Marokkaner vor gut zwei Wochen an die Heimleitung wandte, habe der Verband von den Machenschaften in der Unterkunft erfahren.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen Bewohner der Unterkunft und gegen Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, die das Objekt betreute. Flüchtlinge sollen in Geschäften gezielt Sportbekleidung gestohlen haben, um sie zu verkaufen. Security-Mitarbeiter werden verdächtigt, zu den Abnehmern der Ware gezählt zu haben. Wie viele Personen genau beschuldigt werden, ist bislang nicht bekannt.

Malteser fordern harte Bestrafung

Bislang gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass Mitarbeiter der Malteser in die Taten involviert gewesen seien, sagt Feister. Er bedauere zutiefst, dass zahlreiche angenehme und aufrichtige Bewohner, und davon habe es viele gegeben, nun unter den Vorwürfen gegen einige Bewohner zu leiden hätten. "Ich hoffe, dass solche Taten mit voller Härte bestraft werden", sagt Feister. Das Heim an der Auermühle war die einzige Flüchtlingsunterkunft in Leverkusen, die von den Maltesern betreut wurde.

Am Donnerstag bestätigte die Kölner Bezirksregierung einen Polizeieinsatz in der Unterkunft am 7. September. Dabei sei ein Mitarbeiter des Sicherheitsunternehmens als Verdächtiger aufgefallen und daraufhin suspendiert worden. Die Bezirksregierung bestreitet indes, dass die Vorfälle in der Unterkunft zur vorzeitigen Schließung führten. Der Entschluss sei bereits vor dem Polizeieinsatz gefallen.

Schlimme Zustände in der Unterkunft

Bilder, die ein Nutzer unserer Redaktion bei Facebook zuspielte, zeigen schlafende Sicherheitsleute. Andere Aufnahmen zeigen umgeworfene Tische, zertrümmerte Scheiben und verstopfte und vollgelaufene Waschbecken. Auf einem Handyvideo, das unserer Redaktion vorliegt, sind zwei offensichtlich betrunkene Männer zu sehen, die mitten in der Nacht grölen und auf einer Vuvuzela herumtröten. In einer Nachricht behauptet der Nutzer, er habe ein Video, auf dem zu sehen sei, wie Sicherheitsleute Diebesgut bei Bewohnern der Unterkunft bestellen.

Eine Sprecherin der Bezirksregierung dementiere auf Nachfrage, dass in der Unterkunft hygienisch "unzumutbare Verhältnisse" herrschten. Weder eigene Mitarbeiter, noch der Betreuungsverband hätten beim Betrieb oder bei Kontrollen die beschriebenen Missstände festgestellt. "Die Unterkunft entsprach den vorgegebenen Standards", sagte sie.

Quelle: RP
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