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Leverkusen
Marienschüler drehen als Medienscouts Filme über ihre Stadt

Leverkusen. Das waren mit jeweils acht Zeitstunden zwei ungewöhnlich lange Unterrichtstage. Dennoch waren die 19 Hauptschüler und Gymnasiasten wohl selten so konzentriert und interessiert. Und am Ende blieben sie sogar noch länger, um sich das Ergebnis dieses zweitägigen Workshops anzusehen: zwei Filmbeiträge von jeweils sechs bis sieben Minuten. Lehrer Simon Nitsch hat sich mit einer Kollegin und vier Schülern bei der Landesanstalt für Medien NRW zu Medienscouts ausbilden lassen, um anschließend eine AG an der Marienschule zu gründen, an der inzwischen 13 Schüler teilnehmen. Von Monika Klein

Dabei gewannen sie diesen zweitägigen Workshop unter Anleitung von Medienprofis, ebenso wie Kollegen der Katholischen Hauptschule Im Hederichsfeld und des Lise-Meitner-Gymnasiums, die jeweils fünf Schüler zu diesem TV Schnupperkursus schickten. Aufgabe war es, eigene Beiträge zum Stichwort "Mein Ort" zu konzipieren, aufzuzeichnen und am Ende zu schneiden und mit Musik zu unterlegen.

"Die Medientrainer gaben dabei sehr wenig vor", erläutert Simon Nitsch, dass die Schüler Themen aufgreifen sollten, die sie selbst bewegen. Die entschieden sich für die Flüchtlingsthematik, wozu eine Gruppe Interviews in der Fußgängerzone machte, andere filmten Freizeitmöglichkeiten in Leverkusen, indem sie auf einem Einrad den Neulandpark erkundeten, andere stellten die nähere Umgebung vor - Bilder, die zeigen, warum es schön ist in Opladen zu wohnen. Zuvor hatte es eine allgemeine Einführung gegeben über verschiedene Bericht-Formate, Kameraführung und die redaktionellen Möglichkeiten. Vor dem Schneideprozess am zweiten Tag wurden die Schüler mit dem Schnittprogramm vertraut gemacht.

Die beiden Filme werden Ende Februar und Anfang März auf dem Online-Sender nrwision im digitalen Kabelnetz von Unitymedia auf Kanal 138 und NetCologne/Net Aachen auf Kanal 92 gesendet und sind kostenlos im Livestream www.nrw.de/programm/livestream.html zu verfolgen.

Abgesehen von der Erfahrung und dem Erfolgserlebnis, einen eigenen TV-Beitrag hergestellt zu haben, lernten die Teilnehmer auch, was Medienarbeit bedeutet. Dass man nämlich die Meinung beeinflussen kann, schon durch die Auswahl der Beiträge, Personen oder den Hintergrund. In dieser Hinsicht wird die Arbeit an der Marienschule weitergehen, sagt Nitsch. Denn die Medienscouts sollen demnächst in die fünften und sechsten Klassen gehen, um die Schüler über Handysicherheit, What's App und Cybermobbing zu informieren. Auf dieser Grundlage soll dann jede Klasse für sich Spielregeln zur Handynutzung aufstellen, sagt Nitsch. Diese Strategie hält man in der Marienschule für sinnvoller als generelle Verbote.

Quelle: RP
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