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Leverkusen
Mehr Abwechslung im Schullalltag - die Musikschule macht's möglich

Leverkusen. Es ist ein regelrechter Trend, dass immer mehr Schulen zu Ganztagsschulen werden. Sogar Grundschulen lassen von dem herkömmlichen Vormittagsunterricht ab. So auch die Hans-Christian-Andersen-Grundschule in Hitdorf. Von Isabell Konegen

Bei einem straffen Stundenplan, wie ihn nun die meisten Schulen haben, bleibt den Kindern kaum Freizeit. Die Musikschule Leverkusen will das ändern. Ihr Projekt, das mittlerweile schon über ein Jahr läuft, fördert neben dem rein sachlichen Unterricht die Kreativität der Kinder. "Es ist wichtig, dass neben "harten" Fächern, auch "weiche" Fächer Platz finden", erklärt Jürgen Ohrem, Leiter der Musikschule Leverkusen. Neben Fächern wie Mathe dürfen Kunst und Musik nicht fehlen. "So wird zwischendurch der Kopf freigemacht", sagt er.

Finanziert wird das Ganze durch einen Stiftungsfond der Bürgerstiftung, der 2010 ins Leben gerufen wurde, in Kooperation mit der Sparkasse. "Wir freuen uns als Bürgerstiftung, dass wir so eine tolle Sache unterstützen können", sagt Saskia Lagemann, Geschäftsführerin der Bürgerstiftung Leverkusen.

Das sogenannte "Drehtürmodell" ist schon in vollem Gange. Den Kindern ist es erlaubt, einmal die Woche den Unterricht für eine Musikstunde zu verlassen. Bereits 80 Kinder machen davon Gebrauch.

"Hier in Hitdorf ist unser erstes Gitarrenensemble", sagt Ohrem. Unter der Leitung von Instrumentalpädagogin Melanie Hunger treffen sich die Grundschüler jeden Freitag, um zu üben. Am vergangenen Freitag war es so weit, und das kleine Ensemble gab ein Minikonzert zum Besten. "Wir haben lange auf diese Präsentation gewartet. Und es war klasse", sagt Regine Marchand, Beisitzerin im Stiftungsfond.

Doch ganz reibungslos läuft das Projekt nicht. "In Leverkusen gibt es 26 Grundschulen. Da ist eine vollständige Kooperation schwierig", sagt Ohrem. Es beansprucht viel Zeit und Mühe, sich an die Stundenpläne anzupassen und mit den Schulleitern abzusprechen. Doch er ist zuversichtlich, was die Bedeutung des Projekts für die Schulen angeht: "Ganztagsschulen werden funktionieren, wenn Schulen eine Rhythmisierung schaffen." So ist der Musikschulleiter bereit, die Arbeit auf sich zu nehmen.

Dadurch, dass der Musikunterricht in die Grundschulen verlegt wird, haben die Kindern es nicht weit. "Ohne dieses Projekt würden die Kinder nicht den Weg in die Musikschule finden." Wortwörtlich. Außerdem werden Schwerpunkte gesetzt, was die Instrumente angeht. In Hitdorf gibt es das Zupforchester, und in einem Jahr wird in Schlebusch ein Streichorchester gegründet.

"Ganztagsschulen sind pädagogisch gesehen, turbulente Zeiten", sagt Ohrem. Doch durch dieses Projekt soll der Schullalltag der Kinder angenehmer gestaltet werden, damit auch zukünftig kreative Fächer im Fächerspektrum mitmischen.

Quelle: RP
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