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Handwerk in Leverkusen
Mehr Betriebe - aber fünf Millionen Euro weniger Umsatz

Handwerk in Leverkusen: Mehr Betriebe - aber fünf Millionen Euro weniger Umsatz
Blick auf das Leverkusener Rathaus von oben. Im Hintergrund ist der EVL-Turm zu sehen. FOTO: RPO
Leverkusen. Um 5,1 Millionen Euro ist der Umsatz im Leverkusener Handwerk binnen eines Jahres gesunken. Das ergab die jüngste Handwerkszählung. Von Peter Clement U. Teja Benzhaf

Die Zahl der Handwerksbetriebe in Leverkusen ist gestiegen, der Umsatz aber gesunken - dies ist eines der Ergebnisse, die in der neuesten Handwerkszählung erfasst worden sind. "Die Wirtschaftsmacht von nebenan", wie sich das Handwerk selbst bezeichnet, hat leicht zugelegt: 873 Handwerksbetriebe wurden bei der Zählung verzeichnet. Im Jahr davor waren es 872.

Bei ihnen finden allerdings nur noch 6.202 Menschen Beschäftigung (Vorjahr: 6.266). Und auch der Umsatz ist in dieser Zeit um 5,1 Millionen Euro gesunken. Zum Vergleich: Das Verarbeitende Gewerbe, sprich die Industrie, kam in Leverkusen zur gleichen Zeit auf 44 Betriebe und 13.652 Beschäftigte. Die 792,69 Millionen Euro Umsatz, die die Handwerksbetriebe meldeten, entsprechen rund 10,2 Prozent des Umsatzes der Industrie.

Handwerker zählen ist nicht so einfach. Die Palette reicht schließlich vom Ein-Mann-Betrieb bis zur Großfirma, und Statistiken sind nicht besonders beliebt: Die neuesten Zahlen, die die Statistischen Landesämter jetzt veröffentlichen konnten, sind die Zahlen fürs Wirtschaftsjahr 2013.

Zweite Besonderheit: Im Handwerk gibt es "tätige Personen". Unter diesen Begriff fallen Chef, Chefin, Familienangehörige und Arbeitnehmer. Da wurden 7.120 gezählt (Vorjahr: 7.186). Werden nur die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten für sich genommen, liegt deren Zahl bei 5.200. In der Handwerkszählung davor waren es noch 15 mehr.

"Karriere mit Lehre" heißt heute nicht mehr, dass auch ein Meisterbrief an der Wand hängen muss, um einen Betrieb zu übernehmen: Ohne diesen Brief geht es in den "zulassungsfreien" Gewerken. Wer glaubt, er kann genug als Fliesenleger, darf auch als Geselle eine Firma aufmachen. Schuhmacher, Geigenbauer, Gebäudereiniger, ja selbst Bestatter genießen diese Zulassungsfreiheit ebenfalls.

Die steht allerdings schon wieder auf der Kippe: Der Wirtschaftsflügel der Union fordert die Wiedereinführung der Meisterpflicht für alle Handwerksberufe. Der Gesetzgeber müsse die für 53 Handwerke geltende Abschaffung der Meisterpflicht rückgängig machen, heißt es in einem Papier der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung - Grund für die Forderung sei ein überdurchschnittlicher Rückgang der Ausbildungszahlen in den zulassungsfreien Berufen.

In Leverkusen bieten derzeit 190 zulassungsfreie Betriebe ihre Dienste an. 683 Handwerksbetriebe müssen einen Meister haben oder haben sogar mehrere. In den zulassungspflichtigen Handwerksbetrieben sind 6.080 Menschen tätig. Von denen sind 4.725 oder (77,7 Prozent) sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Der Umsatz der Meisterbetriebe lag zuletzt bei 753,4 Millionen Euro oder 95,0 Prozent des gesamten Handwerksumsatzes.

Zulassungsfreie Handwerksbetriebe machten in Leverkusen 39,32 Millionen Euro Umsatz. (Vorjahr: 37,33 Millionen). Hier sind 1.040 Menschen tätig. Von denen sind 475 (oder 45,7 Prozent) sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Quelle: RP
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