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Leverkusen
Memoriam-Garten Opladen ausgezeichnet

Leverkusen. Der Memoriam-Garten auf dem Friedhof Birkenberg ist vorbildlich. Das fanden jedenfalls die Fachbesucher der Messe "Friedhofstechnik" in Essen und übergaben den Leverkusener Friedhofsgärtnern Nicole Hastrich und Dirk Brenner den ersten Preis. Von Monika Klein

In Opladen entstand 2012 zwar nicht die erste von derzeit 60 solcher Anlagen in Deutschland. Aber die organisch gerundete Anlage mit besonders schönen individuellen Grabsteinen überzeugte Fachleute wie Bestatter, Gärtner und Steinmetze. Die Friedhofsbesucher sehen das offenbar genauso. An Wochenenden seien die zahlreichen Bänke im Memoriam-Garten sehr gut frequentiert, sagt Stadtgrün-Leiter Lothar Schmitz. Und es seien keineswegs nur Angehörige, die wegen der Grabpflege herkommen.

Friedhöfe mit ihren hohen Bäumen seien wichtige Teile der städtischen Grünanlagen. Viele Menschen gingen hier spazieren, weil sie die Ruhe schätzen und wegen der ringsum arbeitenden Gärtner ein Gefühl der Sicherheit haben. Die Stadt ist nach wie vor Friedhofs-Eigentümer, hat aber den Memoriam-Garten vor drei Jahren an die Gesellschaft der Friedhofsgärtner verpachtet, die nun Urnen- oder Erdgräber inklusive Pflege vermarktet. Immer mehr Menschen wünschten dieses "Rundum-Sorglospaket" inklusive Grabstein, Inschrift und Pflege für 20 Jahre, sagt Hastrich. Die einfachste Variante, das Urnen-Hochbeet, kostet 2730 Euro, das Erd-Reihengab ab 8700 Euro. Zudem können Familien Erd- und Urnengrab kombinieren. Anders als auf dem übrigen Friedhof sind die Grabstätten auf dem 600 Quadratmeter großen Memoriam-Gelände nicht durch Einfassungen getrennt.

Das ganze Ensemble ist als große Einheit gestaltet und derzeit schon mit verschiedenen Heidekrautsorten bepflanzt. Struktur geben immergrüne Formgehölze, unter Vermeidung von rechten Winkeln organisch in Bögen und Kreisen angelegt. Buchsbaumpflanzen gibt es hier nicht mehr, erklärt Friedhofsgärtner Brenner. Sie sind zu anfällig für Schädlinge. Wie Hobbygärtner hatten auch die Profis ein Dauerproblem mit dem Buchsbaumzünsler und - noch schlimmer - mit Pilzerkrankungen. "Dagegen hilft nur noch rausreißen", sagt Brenner.

Eine gute Alternative sei der Japanische Ilex, der sich ebenso in Form schneiden lasse und dessen Blättchen denen des Buchs ähnlich sehen. Die niedrig wachsenden Sorten "Golden Gem" oder "Glory Gem" leuchten zudem etwas gelblich, was im Memoriam-Garten jene angenehme, sonnige Atmosphäre schaffe. Diese nicht anonyme Bestattungsform ist jedenfalls so beliebt, dass in Opladen bereits 60 Prozent belegt sind, in der jüngeren Manforter Anlage 30 Prozent.

Quelle: RP
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