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Leverkusen
Mende kämpft mit der Telekom

Leverkusen. Leverkusens SPD-Fraktionschef Dr. Walter Mende fühlt sich von der Deutschen Telekom an der Nase herumgeführt. Seit drei Monaten ist der Rechtsanwalt nach einer Vertragsänderung ohne Internet – bisher ist kein Ende abzusehen. Von Peter Korn

Eigentlich hatte Dr. Walter Mende zu einem Pressegespräch in die SPD-Geschäftsstelle in Wiesdorf eingeladen, um zu aktuellen politischen Themen Stellung zu nehmen. Doch bevor er das tat, redete sich der Politiker als Privatmann den Frust von der Seele.

Und der ist gewaltig: "Wie die Deutsche Telekom mit ihren Kunden umgeht, ist schlicht eine Unverschämtheit", schimpfte der 65-Jährige. Seit drei Monaten sei er jetzt ohne Internet – und habe das Gefühl, er kämpfe gegen Windmühlenflügel.

Anschluss nicht kompatibel

Auch ohne Zugang zum World Wide Web: Die Chronologie des Ärgernisses hat Mende wie auf einer Festplatte in seinem Kopf gespeichert. Demnach bestellte er im vergangenen Dezember, nachdem ein Vertriebsmitarbeiter der Telekom ihm dies vorgeschlagen hatte, ein so genanntes "Call & Surf Comfort" VDSL-Paket für 48,95 Euro monatlich. Doch als der Anschluss am 29. Dezember umgestellt werden sollte, war das Internet futsch.

Ein Telekom-Techniker erklärte Mende auf dessen Nachfrage hin, VDSL sei nicht mit der Fritz Box kompatibel, über die Mendes Anschluss läuft. "Dass ich so eine Box besitze, wusste der Vertriebs-Mensch auch, als ich den Vertrag abschloss, hat mich aber nicht aufgeklärt", versichert der enttäuschte Kunde. Was er dann schildert, klingt aber erst so recht wie pure Schikane: Per Fax, telefonisch, schließlich sogar per Anwältin, die eine Frist setzte, forderte Mende demnach die Telekom auf, einen Internetzugang bereitzustellen – alles vergeblich.

Erst Ende Januar meldete sich den Ausführungen zufolge eine Telekom-Mitarbeiterin und erklärte, den alten Zustand wiederherzustellen nehme sechs Wochen Zeit in Anspruch.

Jetzt neigt sich der März dem Ende zu, doch Internet hat Mende immer noch nicht – dafür einen ganzen Aktenordner mit anwaltlichem Schriftverkehr, vereinbarten Vergleichen und weiteren Schreiben, aus denen aus seiner Sicht klar hervorgeht, dass er als geschädigter Kunde auch noch Kosten für einen Techniker beziehungsweise einen so genannten Router übernehmen soll.

Dabei beziffert Mende den Schaden, der ihm selbst durch zusätzliche Fahrten in seine Kanzlei und die SPD-Geschäftsstelle sowie andere Ausgaben entstanden ist, auf mehrere hundert Euro. "Ich bin bereit, das jetzt gerichtlich durchzuziehen", betont er. Das Verhalten der Telekom könne er nur noch als kundenfeindlich einstufen.

Ein Telekom-Sprecher, dem die Schriftstücke Mittwochmittag zugemailt wurden, erklärte, sich so kurzfristig nicht äußern zu können und verwies auf ein möglicherweise schwebendes Verfahren. In diesem Fall werde man überhaupt nichts sagen.

Quelle: RP
 
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