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Leverkusen/Detmold
Metall-Diebesbande steht vor Gericht

Leverkusen/Detmold. Über eine Million Euro Schaden soll eine mehrköpfige Diebesbande bei ihren Fischzügen angerichtet haben. Buntmetall war die bevorzugte Beute der acht Angeklagten, die sich jetzt vor dem Landgericht Detmold verantworten müssen. Auch in Leverkusen hatten sie zugeschlagen. Von Ulrich Pfaff

Die nackten Zahlen sind für einen Strafprozess schon ordentlich. Acht Angeklagte, dazu zehn Verteidiger, vier Dolmetscher. 87 Taten umfasst die 28-seitige Anklageschrift. Die Tatorte reichen von Bochum bis Salzgitter und von Lüdenscheid bis Osnabrück. Des schweren Bandendiebstahls werden die aus Bulgarien stammenden Männer im Alter zwischen 25 und 43 Jahren beschuldigt, als Drahtzieher gilt ein 37-Jähriger, der zuletzt - wie mehrere Angeklagte auch - im Dortmunder Norden lebte. Sie sollen in wechselnden Zusammensetzungen und mit noch nicht ermittelten weiteren Kumpanen tätig gewesen sein, zwischen März 2014 und Ende September 2015. Das Muster war stets ähnlich: Sie suchten Firmengelände heim, durchtrennten die Zäune, verschafften sich Zutritt durch Aufbrechen von Türen, Einschlagen von Fenstern. Lösten sie Alarm aus oder wurden überrascht, flüchteten sie ohne Beute. Fanden sie kein Kupfer, Messing oder andere Edelmetalle, nahmen sie mit, was irgendwelchen Wert besitzen könnte. Manche Betriebe suchten sie gleich mehrere Male heim, wenn sich nach einer "Schamfrist" wieder die Aussicht auf Beute ergab. Oft war der angerichtete Sachschaden höher als der Wert der Gegenstände, die die Männer mitgehen ließen. Schwerpunkte lagen im östlichen Ruhrgebiet und westlichen Sauerland.

In Leverkusen schlugen die Täter im vergangenen Juni zu, stahlen aus einer Firma mehrere Tonnen Edelmetalle im Wert von 100.000 Euro - eine Beute, die annähernd zehn Prozent des Gesamtschadens entspricht. Zum Verhängnis wurde der Bande schließlich die Auswertung von Handydaten: Die Polizei im Kreis Lippe hatte nach mehreren Einbrüchen in Firmen in Leopoldshöhe die Ermittlungen aufgenommen, Ende September vergangenen Jahres war die Zeit reif: Beim Zugriff der Polizei auf der B1 bei Dortmund wurden sieben der Tatverdächtigen festgenommen, in den beiden Fahrzeugen befand sich noch die Beute aus zwei Taten in Diemelstadt und Volkmarsen (Nordhessen).

Wie es in dem Verfahren weiter geht, ist noch unklar. Bisher wurde lediglich die umfangreiche Anklage verlesen, in einem Rechtsgespräch wollten die Verteidiger erst einmal die Marschrichtung der Detmolder Strafkammer ausloten. Alle Angeklagten schweigen. Vorerst sind drei weitere Verhandlungstage angesetzt.

Quelle: RP
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