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Leverkusen
Milan Sladek präsentiert Mimenkunst in der Christuskirche

Leverkusen. Schon mehrfach war der Künstler auf den Bühnen dieser Stadt zu Gast. Nun präsentiert Milan Sladek erstmals eine Kunstausstellung in der Christuskirche. "Ich bin froh, dass mir das gelungen ist", sagte Kuratorin Dr. Birgit Sewekow bei der Vorbesprechung. Sie hatte den in der Slowakei geborenen Sladek (77), der seit 1970 in Köln lebt, im Vorjahr in der Kunstakademie Bad Honnef kennengelernt und gefragt, ob er zu kommen bereit sei. Er sagte spontan zu. Von Gabi Knops-Feiler

Milan Sladek kam vor allem durch sein Pantomimenspiel zu Weltruhm. Darüber hinaus agiert er als Regisseur, Autor, Maler, Grafiker und Maskenbildner. Insgesamt 55 Werke, darunter Bilder in Acryl- und Mischtechnik auf Leinwand, sechs Figuren und sieben Masken, sind unter dem Titel "Das Gemeinsame der bildenden Kunst und der Kunst der Pantomime" zu sehen. Häufig sind Männer in Bewegung dargestellt, ein klares Bekenntnis zur Mimenkunst, in der er die Konfrontation mit der darstellenden und bildenden Kunst sucht.

Inspirationsquellen sind stets die Auseinandersetzung mit dem Körper in seiner Bewegung im Raum, aber auch religiöse und spirituelle Themen sowie Abbilder großer Dramen der Weltliteratur. Kunst gelingt Milan Sladek nicht immer. "Ich habe Respekt vor mir selber", lautete seine Begründung. Wer es nicht glaubt, ist spätestens dann überzeugt, wenn er das Werk sieht, das Sladek schon Mitte der 1980er Jahre schuf, das aber bislang in keiner Ausstellung gezeigt wurde. "Ich dachte immer, es ist nicht gut", kommentierte der Künstler. Abgebildet ist ein alter Mann mit einer grünen Maske. Das Werk ist im Anschluss an die Unterweisung junger Studenten an einer Akademie in Jakarta (Indonesien) entstanden. "Ähnliches habe ich selber oft erfahren", sagte Sladek, der häufig die Verfremdung und Anonymität für seine eigenen Rollen in Anspruch nimmt. Weitere Porträts zeigen extra betonte Körperteile wie Füße und Hände oder eine Person mit zwei Seiten, abstrahiert durch verschiedene Farben und Drehungen dargestellt.

Ungewöhnlich wirkt das Selbstporträt von 2000, das den Künstler mit nur einem Auge zeigt. Die Erklärung dazu: "Das sind andere Ebenen, die mir, formell gesehen, ab und zu unheimlich sind." Ganz neu ist das von Pfarrer Dr. Detlev Prößdorf ausgewählte Titelbild, das Sladek "von innen heraus" gemalt hat, ohne sich dabei etwas zu denken. Da sind sie wieder, die Parallelen zur Pantomime: "Was er sieht, ist alleine dem Zuschauer überlassen."

Quelle: RP
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