| 00.00 Uhr

Leverkusen
Millionen-Ding: Blitzer wird zum Goldesel

Leverkusen. Die vor einer Woche an der A 3 in Betrieb genommene Anlage sollte im Jahr 12.000 Beweisfotos an den Kreis liefern. In den ersten fünf Tagen sind es schon 8000. Muss der Kreis mehr Personal einstellen? Von Oliver Wiegand

Seit ein paar Tagen macht der Kreis Mettmann jeden Tag Fotos von Autofahrern, die in der rund 6,5 Kilometer langen A 3-Baustelle zwischen Hilden und Mettmann zu schnell fahren. Die Anlage ist mobil und kann jeden Tag an einem anderen Standort aufgestellt werden. Geblitzt wird über drei Fahrspuren, Tag und Nacht, der Akku hält eine ganze Woche. Jetzt wurde bekannt, mit welchen Einnahmen der Kreis im kommenden Jahr rechnen kann. Und wie sich herausstellt, wird das viel mehr, als man erwarten konnte.

"Allein in den ersten fünf Tagen sind schon 8000 Fahrer erwischt worden", sagte Ordnungsdezernent Nils Hanheide gestern im Kreisausschuss. Das seien erst mal nur die direkt aus der Anlage per Mobilfunk übermittelten Fotos. Die Auswertung müsse nun zeigen, was letztlich übrig bleibe. Offenbar übertrifft die Blitzanlage alle Erwartungen des Kreises.

Die Prognose basierte auf Erfahrungswerten der Städte Düsseldorf, Essen und Bielefeld, erfuhren die Mitglieder des Ordnungs- und Verkehrssauschusses in der gestrigen Sitzung. Auf Basis dieser Daten sei für das Jahr 2016 mit 12.000 zusätzlichen verwertbaren Bildern und hieraus resultieren Bußgeldeinnahmen in Höhe von 300.000 Euro zu rechnen. "Man geht davon aus, dass etwa 0,1 bis 0,6 Prozent der Autofahrer zu schnell fahren", sagte Hanheide.

Den Einnahmen gegenüber steht allerdings die Miete für das Gerät, das die Firma Jenoptik in Monheim als Prototyp hergestellt hat. Laut Haushaltsplan zahlt der Kreis 216.750 Euro im Jahr an Miete an den Hersteller.

Was in diesem Zusammenhang etwas stutzig macht: Bei der Pressekonferenz und Vorstellung der mobilen Blitzanlage in der vergangenen Woche hat der Hersteller den Preis für die mobile Überwachungseinheit, die auf einem Anhänger untergebracht ist, mit einer Summe von etwa 100. 000 Euro angegeben. Was stimmt an der Rechnung also nicht?

Der Kreis Mettmann wird auf jeden Fall nicht mehr Miete bezahlen, als die Blitzanlage wert ist. Die 216 .750 Euro Miete sind für den Kreis günstiger, als das Gerät direkt zu erwerben. Möglicherweise müsste also der Hersteller den Preis für das Gerät noch einmal nach oben korrigieren. Es könnte ja sein, dass auch andere Kommunen in Deutschland Interesse an dem Gerät zeigen, hieß es bei der Pressevorstellung.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Millionen-Ding: Blitzer wird zum Goldesel


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.