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A1-Rheinbrücke bei Leverkusen
Minister Groschek will hohe Strafe für Sünder in Lkw-Sperren

Radler und Fußgänger erkunden gesperrte A1-Brücke
Radler und Fußgänger erkunden gesperrte A1-Brücke FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Heute nimmt NRW-Verkehrsminister Michael Groschek die erste Lkw-Schranke an der Rheinbrücke in Betrieb: Im Spaghettiknoten, am Übergang von der A59 zur A1. Um Verkehrssünder abzuschrecken, will Groschek hohe Bußgelder einführen. Von Susanne Genath

Für die Fahrer der Leverkusener Tafel könnte es ab diesem Donnerstag eng werden. "Wir haben noch nicht genau nachgemessen, aber möglicherweise sind unsere großen Transporter mit den Außenspiegeln zu breit für die neuen Lkw-Sperren", sagt Dr. Adolf Staffe, der erste Vorsitzende der Hilfseinrichtung. Die Fahrer müssen teils mehrfach die Woche die marode Rheinbrücke queren, um in Köln Nahrungsmittel von Betrieben abzuholen. "Die kleineren Fahrzeuge reichen nicht für die großen Mengen, die wir transportieren müssen."

Verkehrsminister Michael Groschek will Verkehrssündern in den Lkw-Sperren noch stärker an den Kragen. Er hat mit der Landesregierung beim Bundesrat den neuen Bußgeldtatbestand einer "vorsätzlichen Gefährdung einer volkswirtschaftlich unverzichtbaren Infrastruktur" beantragt. "Um wirklich die schwarzen Schafe abzuschrecken, brauchen wir Bußgelder in einer Größenordnung von 1000 Euro", sagt der SPD-Politiker.

So liefen die Schweißarbeiten an der Leverkusener Brücke FOTO: Straßen.NRW

Dieses Bußgeld soll dann nicht nur an der Leverkusener Rheinbrücke fällig werden, sondern bundesweit überall dort, wo marode Brücken für Lastwagen gesperrt werden müssen. Voraussichtlich am 14. Oktober wird der Bundesrat über die Änderung des Bußgeld-Katalogs entscheiden. Dann muss dem noch die Bundesregierung zustimmen.

Schon jetzt bekommt der Landesbetrieb Straßen NRW fast täglich Anrufe von Bürgern. "Insbesondere Wohnmobilbesitzer wollen wissen, ob sie durch die Sperren kommen", berichtet Straßen-NRW-Sprecher Timo Stoppacher. "Viele dieser Fahrzeuge sind aber leider mit Außenspiegel 2,35 Meter breit, also zu breit für die Schrankenanlage." Den Anrufern könne er dann nur - wie den Lkw-Fahrern - raten, entweder über die A4 im Kölner Süden oder über die A46 bei Düsseldorf den Rhein zu queren. 

Das praktiziert die Leverkusener Spedition Niesen seit dem 16. Juni 2014, als die A1-Brücke für Lastwagen mit mehr als 3,5 Tonnen gesperrt wurde. "Mit unseren Sprintern kommen wir noch rüber", berichtet Speditions-Abteilungsleiter Markus Kalcker. "Aber das sind nur zehn von 60 Fahrzeugen." Bei mehrtägigen Einsätzen lasse man die großen Fahrzeuge gleich auf der Kölner Rheinseite stehen, um nicht täglich die Umwege fahren zu müssen.

"Durch die Sperren wird es sicherlich zu noch mehr Staus kommen", ist Kalcker überzeugt. Dass nach wie vor bis zu 150 Lkw-Fahrer täglich das Überfahrtsverbots missachten, kann er sich nur mit Verständigungsproblemen erklären. "Es sind hier ja viele ausländische Fahrer unterwegs. Das erste Mal schafft man es vermutlich nicht, sich sofort richtig zu orientieren." Möglicherweise wären noch deutlichere Schilder hilfreich. Zum Beispiel Schilder mit durchgestrichenen Lastwagen. Bislang ist auf den Schildern immer nur ein Pkw abgebildet. 

Nach der ersten Lkw-Sperre, die am Donnerstag um 10 Uhr in Betrieb genommen wird, sollen drei weitere Sperren bis Ende nächster Woche fertig sein.

Quelle: RP
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