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Leverkusen
Minister lobt Standort NRW für Innovation - nicht für Infrastruktur

Leverkusen: Minister lobt Standort NRW für Innovation - nicht für Infrastruktur
Sieht NRW als Industriestandort Nr. 1 in Deutschland: Garrelt Duin. FOTO: bretz
Leverkusen. Der Ort hätte nicht geeigneter sein können: Bayer hat gerade sein Besucherzentrum BayKomm zum 25-jährigen Bestehen den frischen Anstrich als "Life-Science-Unternehmen" verpasst. Da war die "Panel-Diskussion" mit dem Titel "Was erwarte ich von der Industrie?" gut aufgehoben. Im Rahmen der "Woche der Industrie" des Bündnisses "Zukunft der Industrie" war NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin zu Gast. Von Siegfried Grass

Er hielt ein Impulsreferat und diskutierte anschließend mit Oliver Zühlke, Bernd Naaf, und Josef Zumbrinck.Bernd Naaf, Leiter "Business Affairs & Cummunication, der gastgebenden Baye-Agrarsparte CropScience, nahm auch Stellung zu der just verkündeten beachsichtigen Übernahme des US-Unternehmens Monsanto. Die Gründe für Bayers Strategie sind hinlänglich dargestellt, was Naaf aber noch einmal ansprechen wollte, war der seiner Meinung nach immer noch schlechte Ruf der Industrie.

Was Josef Tumbrinck, Vorsitzender Naturschutzbund NRW, zu der Aussage veranlasste, dass man ja gerade mit den Hinweisen auf andere Werte einer Gesellschaft in der Vergangenheit viel erreicht hat - bis zur Verhinderung von Industrieansiedlungen. Dazu, dass Bayer seine Monsanto-Übernahme unter anderem damit begründet, dass man so die Ernährung von vielen Milliarden weiterer Menschen sicherstellen wolle, kommentierte ist Tumbrincks Hinweis nicht von der Hand zu weisen: "Die Welternährung wird woanders entschieden." Grundsätzlich, und das hatte der Wirtschaftsminister zuvor in seinem Referat betont, beruhe der Wohlstand in Deutschland aber auf der Wertschöpfung der produzierenden Industrie, und dachte dabei ausdrücklich nicht nur an die Großindustrie. Rund 750.000 der damit gemeinten Unternehmen in NRW seien zu einer überwiegenden Zahl Mittelständler, über 90 Prozent davon Familienunternehmen. Was gut sei für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit dieser Firmen und eine gelebte Sozialpartnerschaft. Was Oliver Zühlke, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats Bayer, auch für den Konzern bestätigte. Denn bereits vor der Monsanto-Übernahme habe man mit den Arbeitnehmervertretern gesprochen und Zusagen für die Mitarbeiter erreicht.

Generell hob Duin in seinem Referat bei der Einordnung diese Stärken für den Industrie-Standort NRW hervor: Digitalisierung, Energie, Innovation, Hochschulen. Das Thema Infrastruktur hob Duin nicht deutlich hervor. Da weiß er sicher selbst um den Nachbesserungsbedarf: Die Staus auf den Straßen und die Leverkusener Rheinbrücke sind einfach zu nah.

Quelle: RP
 
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