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Leverkusen
Ministerbesuch in Gesamtschule

Leverkusen. Käthe-Kollwitz-Schule durch Ministerin Löhrmann geehrt als "Schule ohne Homophobie". Von Ina Bodenröder

Als sich ein Schüler im vergangenen Jahren wegen seiner Bisexualität zunehmend Hänseleien und Anfeindungen ausgesetzt sah, hat die Schülervertretung der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Rheindorf nicht weggeschaut. "Das war der Anlass, uns mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen", betonte der stellvertretende Schülersprecher Noel Born. Im Ergebnis trägt die Schule seit gestern die Plakette "Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie" und macht damit auch nach außen für jeden sichtbar, dass sie sich klar gegen Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung und sexuellen Identität eines Menschen ausspricht.

"Come in: Wir sind offen: lesbisch, schwul, bi, hetero, transsexuell", heißt es auf der kleinen Tafel im Foyer. In der Selbstverpflichtung, die Schulleitung, Elternvertretung und Schülersprecher Yusra Merabeti und Noel Born in einer Feierstunde unterschrieben, heißt es: "Wir sind überzeugt: Wertschätzung von Vielfalt in ihren unterschiedlichen Dimensionen hat eine positive Auswirkung auf die Gesellschaft. Daran arbeiten wir." Schirmherrin des bundesweiten Projektes ist Landesschulministerin Sylvia Löhrmann, die beim gestrigen Projektstart ebenso dabei war wie der neue Oberbürgermeister Uwe Richrath. "Ich bin stolz, Schulleiterin dieser Schüler zu sein", rief Rektorin Anette May den Kindern und Jugendlichen zu.

Die Initiative, sich an dem Netzwerk gegen Diskriminierung zu beteiligen, ging nämlich von den Schülern aus. Sie stellten den Antrag in der Schulkonferenz und konnten Lehrer und Eltern von ihrem Anliegen überzeugen. Intention des Projektes sei es, so betonte Löhrmann, ein Schulklima zu schaffen, in dem Vielfältigkeit selbstverständlich sei und Sexualität nicht tabuisiert würde.

Die Rheindorfer Gesamtschule ist die 14. in Nordrhein-Westfalen und die erste in Leverkusen, die an dem Projekt teilnimmt. An den Schulen werden altersentsprechende Informationen und Angebote bereitgestellt, die unter anderem die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen fördern. "Im Endeffekt sind wir alle Menschen", betonte Schülersprecherin Yusra Merabeti in ihrem Plädoyer für Toleranz.

Quelle: RP
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