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Leverkusen
Mit Bollerwagen und Picknickdecke zur Hörspielnacht in den Schlosspark

Leverkusen. Liebhaber der romantischen und warmen Atmosphäre dürften sich am Freitagabend im Schloss Morsbroich aufgehalten haben. Rund 600 Gäste lauschten der WDR5-Hörspielnacht. Diese war eigentlich für den 25. Juli geplant. Sie musste wegen einer akuten Unwetterwarnung aus Sicherheitsgründen verschoben werden. Von Tobias Falke

Einen besseren Ersatztermin hätte man wohl nicht finden können. Bei 28 Grad Celsius kamen die Gäste mit Bollerwagen, Hängematte und Picknick-Decken zum Abschluss des Morsbroicher Sommers in den Schlosspark. "Wir hatten in diesem Jahr wirklich sehr ruhige Gäste. Früher haben die Leute noch angefangen, ihre Korbstühle aufzubauen. Dieses Mal lief alles sehr human ab", lautete das Fazit von Udo Gerling vom Kulturbüro der Stadt Leverkusen.

Im Mittelpunkt stand das Hörspiel "Wer auch immer" von Markus Orth. Dort dreht sich alles um den scheinbar armen Jakob König, der in einer Hütte am Waldrand lebt und Pfandflaschen sammelt, um sich das zu kaufen, was er zum Leben benötigt. Er sieht unheimlich aus, hat eine Sprachbehinderung, interessiert sich für ausgestopfte Tiere und besitzt eine hohe Leidensfähigkeit. Eines Tages wird ein Mädchen ermordet, das kurz zuvor mit Freunden versuchte, Jakob König zu provozieren. Sofort wird dieser festgenommen und verhört. Doch ob er tatsächlich der Mörder ist, das durften die Zuhörer an diesem Abend erfahren.

Das Leverkusener Ensemble "Crazy Freilach" sorgte für die passende Atmosphäre. Im Kerzenschein spielte das Quartett Klezmer, eine Musikrichtung mit jüdischem Hintergrund. Die Stücke waren oft flott und energisch, hatten aber auch ihre melancholischen Züge.

Crazy Freilach gelang es, mitreißende Spielfreude und eine einzigartige Atmosphäre zu schaffen. Dabei war die Band gar nicht von Anfang an geplant, wie Gerling erklärte: "Wir hatten für den WDR5-Hörspielabend Tangon Taikaa geplant, ein Tangoquartett um den finnischen Sänger Timo Valtonen. Doch die Band fiel leider aus. Und so haben wir uns entschieden, regionale Künstler zu fragen. Und Crazy Freilach passte da gut in unseren Plan."

Der Morsbroicher Sommer ist nun erfolgreich, wenn auch verspätet zu Ende gegangen.

Quelle: RP
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