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Heimat genießen - in Leverkusen/Köln
Mit dem Fahrrad von "Japan" nach Kölle

Radtour: Von „Japan" nach Kölle - die Kunstpause
Leverkusen/Köln. Der Rheinradweg 15 von Leverkusen nach Köln ist zu jeder Jahreszeit spannend. Er verläuft meist direkt am Rhein entlang. An der ebenen Strecke geben gut gemachte Informationstafeln kurze Einblicke in die Historie der Orte. Von Ulrich Schütz

Ein großer Park mit mächtigen Bäumen und mit einer kleinen blumen- und wasserreichen Oase samt Teehaus sind nicht gerade das, was sich auswärtige Besucher als Teil des Chempark-Standortes Leverkusen (ehemaliges Bayerwerk) vorstellen. Aber genau auf diese Idylle des "Japanischen Gartens" neben dem Werksgelände stoßen Besucher, die zu unserer Radtour von Leverkusen-Wiesdorf an der Stadtgrenze zu Köln starten. "Mit dem Fahrrad von "Japan" nach Kölle" haben wir die Rundtour getauft, die weitgehend am Rhein entlang zur Kölner Innenstadt und zum Dom führt. Die Strecke ist ohne größere Steigungen und ganz gut familientauglich, allerdings herrscht bei gutem Wetter auch mal viel Betrieb.

Los geht es an der Kaiser-Wilhelm-Allee beziehungsweise an der Otto-Bayer-Straße. Der Bahnhof der S 6 (Station: Leverkusen Chempark) liegt nur ein paar Meter entfernt. In diesem Bereich gibt es in der Regel auch genügend Parkplätze für Besucher, die per Auto anreisen.

Gleich zu Beginn lohnt sich der Abstecher zum "Japanischen Garten" mit dem (Museums-)Teehaus, den Wasserläufen und- teichen, den verschlungenen Wegen, der interessanten Bepflanzung. Wäre nicht der große Bayer-Schornstein, könnte man die Nähe des Chemiewerkes fast vergessen. Gleich nebenan steht das BayKomm, das Kommunikationszentrum mit der Ausstellung zur Bayer-Geschichte und Produktion sowie einem oft geöffneten Bistro.

Pause am Rhein in Köln-Stammheim: Der Rhein-Radweg hat den Charme, dass am Fluss viele schöne Stellen zu einer Rast liegen. In Höhe Stammheim befindet sich auch der kunstvolle Schlosspark, in dem übrigens auch viele Halsbandsittiche leben. FOTO: Ulrich Schütz

Zurück auf dem Fahrrad rollen wir über die Otto-Bayer-Straße, biegen auf den Radweg parallel zur Bundesstraße 8 in Richtung Köln ab. Ein kurzes Stück geht es am Köln-Flittarder Werksteil vorbei. Wir befinden uns auf dem "Erlebnisweg Rheinschiene" zwischen Duisburg und Bonn. Er bietet "2 x 160 km Fahrradvergnügen, rheinauf und rheinabwärts", heißt es auf einer Informationstafel. Die Strecke ist gut ausgeschildert. Gleich hinter dem Chempark zweigt nach rechts ein Radweg in Richtung Rheinufer Flittard ab. Auf dem ersten Abschnitt versperrt Uferbewuchs die Sicht auf den Fluss. In Köln-Stammheim öffnet sich der Blick auf den Rhein.

Hier, neben dem Clubgelände des RTHC-Rudervereins, lohnt ein Rundgang durch den Stammheimer Schloss-(Kunst-)Park. Schon Franz Egon Graf Fürstenberg-Stammheim machte ihn der Überlieferung zufolge zu einem "Mittelpunkt moderner Kunstpflege".

Blick in den Japanischen Garten, eine kleine Idylle am Rand des Chemparks Leverkusen. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Tatsächlich findet der Besucher unterschiedlichste Kunstrichtungen. Und er hört zumindest schnell, wer sich noch im Park heimisch fühlt: Die Halsbandsittiche bevölkern in Scharen vor allem die Platanen, die viele Nisthöhlen bieten. Weiter geht es auf dem Rheinradweg nach Köln-Mülheim. Hier lässt sich gut einkehren, etwa im Café Jakubowski auf der Mülheimer Freiheit (Parallelstraße zum Radweg). Wer weiter am meist schön ausgebauten Ufer entlangfährt, stößt nach dem Mülheimer Hafen und der Zoobrücke auf den Rheinpark. Eine herrliche Erholungsfläche mit den Rheinterrassen und dem Blick auf den Dom auf der anderen Rheinseite.

Dann muss man sich entscheiden: Hohenzollern-Eisenbahnbrücke oder Deutzer Brücke zur Rheinquerung. Empfehlenswert ist die Eisenbahnbrücke für Radler, die sich die vielen Liebesschlösser an den Zäunen der Brücke ansehen - oder ergänzen wollen. Radeln klappt auf der Brücke nicht immer, aber das kurze Stück bis zum Hauptbahnhof und zum Dom geht auch zu Fuß prima. Die Kölner City bietet natürlich jede Menge Geschäfte, Kirchen, Museen, Brauhäuser, die Altstadt, das Schokoladenmuseum und die Möglichkeit, mit der S 6 vom Hauptbahnhof die Rückreise nach Leverkusen anzutreten.

Für die anderen Radler geht es wieder zum Flussufer. Wir wechseln nicht die Rheinseite, sondern rollen linksrheinisch in Richtung Leverkusen. Der Radweg verläuft an den Anlegestellen der Köln-Düsseldorfer und der Flusskreuzfahrtschiffe vorbei. Wenig später beschatten die Alleebäume eine weite Strecke des Radweges, was speziell im Sommer sehr angenehm ist. Wer Glück hat, begegnet am Ufer Schafherden. Nach dem Niehler Hafen kommt der industriell, speziell von den Kölner Ford-Werken geprägte Abschnitt.

Der Rheinradweg 15 ist ab Leverkusen gut beschildert. FOTO: Schütz, Ulrich (us)

Durch dieses eher triste Industriestück muss man einfach durch, wird aber vom Rheinörtchen Merkenich für die Mühe belohnt (Wegweisern folgen). Hier heißt es auf den Weg zu achten, die Zufahrt zur Leverkusener Rheinbrücke ist aber ausgeschildert. Wer noch Lust auf mehr hat, fährt bis nach Köln-Langel, nimmt die Fähre und radelt am Rhein zurück nach Leverkusen. Nahe der Brücke lohnt sich eine Rast am Neulandpark (ehemalige Landesgartenschau Leverkusen) mit Strandcafé (nicht immer offen) oder der "Wacht am Rhein". Danach geht es an der leider grauen Chempark-Grenze und der B8 Richtung Köln zurück zum Start. Als Tagestour ist die 45 km lange Strecke gut zu bewältigen. Sie verläuft oft auf Radwegen, fern von Autostraßen. Aber aufpassen mit der Zeit: Es locken viele herrliche Rastplätze.

Quelle: RP
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