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Leverkusen
Momentive investiert 32 Mio für Silane-Produktion

Leverkusen. Hinter der Bezeichnung "N21" verbirgt sich keine chemische Formel, sondern die Bezeichnung für ein neues 1600 Quadratmeter großes Produktionsgebäude innerhalb des Leverkusener Chemparks. Dort will das Unternehmen Momentive Performance Materials (MPM) bis Ende 2017 rund 32 Millionen Euro in Erweiterung und Neubau seiner Produktionskapazität für Spezial-Silane investieren. Von Gabi Knops-Feiler

Auf 8500 Quadratmetern Freifläche nördlich der Kaiser-Wilhelm-Allee sollen außerdem eine Abfüllanlage sowie Messwarte, Labore und Sozialräume entstehen. Weiterer Platz ist reserviert für den zweiten Bauabschnitt mit zusätzlichen 13 Millionen Euro Investitionsvolumen. Der Baubeginn steht derzeit aber noch nicht fest, sondern ist abhängig von der Entwicklung auf dem Weltmarkt. "Für Momentive ist dies die bislang größte Investition der letzten Jahre in eine Neuanlage", sagte Geschäftsführer Dr. Matthias Steiner die Bedeutung beim gestrigen Pressegespräch. Chempark-Leiter Dr. Ernst Grigat wertete das Vorhaben zum einen als "klares Bekenntnis zum Standort Leverkusen", zum anderen als Stärkung des Verbundcharakters im Chemiepark.

Die Firma "Momentive" gilt weltweit als führender Hersteller von Silikonen. Der Jahresumsatz 2015 betrug 2,3 Milliarden US-Dollar. Weltweit sind 5000, in Leverkusen bislang 700 Mitarbeiter beschäftigt. Durch die Erweiterung kommen weitere 30 Arbeitsplätze hinzu.

Silikon wird eingesetzt, um Eigenschaften wie Hitze und ultraviolettes Licht, aber auch chemische Einflüsse wie Schmierung, Haftung oder Viskosität zu verstärken, zu ersetzen oder zu verbessern. Zu bekannten Anwendungsgebieten zählen etwa Bad- und Sanitärbereich, Klebstoffe, Kosmetik sowie Fahrzeugreifen. In der neuen Anlage wird speziell das so genannte Silan hergestellt, das unter dem Produktnamen NXT (kurz für Next Generation Tires, deutsch: neue Generation von Reifen) als Zusatzstoff in Reifenmischungen eingesetzt wird. NXT-Silan kann laut Momentive helfen, den Rollwiderstand von Reifen zu reduzieren und Kraftstoff zu sparen. Die geplante Expansion sei Teil der globalen Strategie des Unternehmens, Produktionskapazitäten für das Automotive-Segment zu vergrößern und auf die wachsende Nachfrage der globalen Reifenindustrie nach innovativen Werkstoffen zu reagieren.

Die Nähe zu größeren Kunden in Europa war laut Steiner wichtiger Teilaspekt der Entscheidung für den Standort Leverkusen. Dazu kamen die Infrastruktur sowie die komplette Einbindung in das Sicherheitskonzept des Chemparks in Wiesdorf. Wie geht es weiter? Die Genehmigungsunterlagen werden in den nächsten Tagen bei der Bezirksregierung Köln eingereicht und nach Prüfung im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens öffentlich ausgelegt.

Zusätzlich lädt Chempark-Betreiber Currenta zu einem Informationstag für Dienstag, 12. Juli, 9 bis 16.30 Uhr in das Nachbarschaftsbüro "Chempunkt", Friedrich-Ebert-Straße 102, nach Wiesdorf ein.

Quelle: RP
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