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Leverkusen
Monsanto schreckt Bayers Betriebsrat nicht

Leverkusen. Falls Bayer-Chef Baumann der Deal mit der US-Firma gelingt, gibt's eine Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern. Von Ludmilla Hauser

Den großen medialen Paukenschlag hat Bayer Ende Mai gesetzt, als bekannt wurde, dass der Konzern dem US-Saatgutunternehmen Monsanto ein Übernahme-Angebot von 55 Milliarden Euro gemacht hat. Tagelang ging die Nachricht durch die Medien. Auch, weil Monsanto das Angebot - umgerechnet waren es rund 62 Milliarden US-Dollar - zu wenig war. Das US-Unternehmen lehnte höflich, aber entschieden dankend ab.

Aber: Es hat auch Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ein Angebot, das Bayer gerne anzunehmen gedenkt, wie Konzernchef Werner Baumann in einer Reaktion auf die Ablehnung geäußert hat.

Während hinter den Kulissen also daran gearbeitet wird, wie man Monsantos Aktionären die Eingemeindung in den Bayer-Konzern doch noch möglichst schmackhaft machen kann - laut einem Sprecher ist weiterhin Stand der Dinge: Bayer hat Interesse, und Monsanto ist gesprächsbereit -, hat Gesamtbetriebsratschef Oliver Zühlke vorgesorgt: Wenn Bayer tatsächlich den US-Saatgut-Riesen Monsanto übernähme, dann seien die wesentlichen Eckpfeiler für die Arbeitnehmerseite bei Bayer fest vereinbart.

Schon vor der Zustimmung des Aufsichtsrates zu einer Übernahme des US-Saatgutherstellers am 22. Mai hätten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat diese Eckpfeiler mit dem Vorstand vereinbart. Oliver Zühlke betont jetzt in einer Betriebsratsinformation an die Bayer-Mitarbeiter: "Als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Bayer AG ist es uns wichtig, frühzeitig die Weichen zur Absicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland zu stellen. Dies ist uns mit der gemeinsamen Erklärung gelungen."

Kernaussagen der Erklärung zur Absicherung von Mitarbeitern und Standorten hierzulande:

• Klares Bekenntnis des Vorstandes zum Standort Deutschland und der Beschäftigung eingefordert und vereinbart

• Geplante Integration im Rahmen von New Bayer wird wie geplant vorangetrieben.

Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis Ende 2020 gesichert

• Keine Veräußerungen zur Finanzierung der geplanten Akquisition

• Zukünftige Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie für Sachanlagen für Crop Science aber auch für Pharmaceuticals und Consumer Health sichergestellt

• Stärkung von Pharmaceuticals und Consumer Health bleibt wesentliches Ziel

und

• Das Bayer CropScience-Headquarter und das Crop Protection Center of Excellence verbleiben in Monheim.

Quelle: RP
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