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Leverkusen
Motive und Material aus dem Wald

Leverkusen: Motive und Material aus dem Wald
Die Natur spielt in den Arbeiten der beiden Mitglieder der AG Leverkusener Künstler Rita Klein und Karl-Karol Chrobok eine wesentliche Rolle. FOTO: RALPH MATZERATH
Leverkusen. Heute Abend eröffnet die AG Leverkusener Künstler in der Forum-Galerie die Ausstellung "Über Stock und Stein... zum Wald" mit Ölmalerei und bemalten Holzobjekten. Von Monika Klein

Wenn irgendwo Bäume abgesägt werden, dann schneidet es auch Rita Klein ins Herz. Vielleicht ist Holz deswegen eines ihrer bevorzugten Werkstoffe. Und so sehr sie die Stücke im Atelier auch verändert und - immer noch in der Farbigkeit von ihrer Zeit in Südafrika beeinflusst - bemalt, lässt sie immer die natürliche Erscheinungsform erkennbar. Die fügt sich wunderbar in die großformatigen Ölbilder von Karl-Karol Chrobok ein, die den Wald noch in lebendigem Zustand zeigen. So unterschiedlich beide Künstler auch arbeiten, passen ihre Werke wunderbar zusammen, wie die gemeinsame Ausstellung im Forum-Seitenfoyer beweist, die am Freitag eröffnet wird. Davon waren beide selbst überrascht, als sie die Arbeiten im Raum verteilten und dabei stimmige Sichtachsen schufen. Die Vorstandskollegen der AG Leverkusener Künstler hat sie für diese AG-Ausstellung im Forum ausgesucht und dabei offenbar schon typische Arbeiten zusammengefügt.

Auch der polnischstämmige Karl-Karol Chrobok konzentriert sich vorzugsweise auf den Baum, beziehungsweise auf einen ganzen Wald. Vor zehn Jahren wurde dem vorwiegend abstrakt malenden Künstler die Luft in seinem Atelier zu stickig. Denn er malt ausschließlich mit Ölfarben, deren Ausdünstungen nicht gerade gesund sind. Und er braucht ziemlich viel davon, wenn er den Inhalt der Tuben mit kräftigem Strich und gerne mit dem Spachtel auf die Leinwand bringt. Heute vorzugsweise unter freiem Himmel, direkt vor Ort. Mit dem Auto, das eher einem rollenden Atelier gleicht, fährt er so tief wie möglich in die Wälder, beispielsweise bei Bad Berleburg, hinein, damit er Staffelei, Leinwand und Farbkoffer nicht zu weit tragen muss. Ist alles aufgebaut, dann versucht er ein Bild in einem Arbeitsgang von drei bis vier Stunden fertigzustellen. Mitunter wird später im Atelier noch behutsam nachgebessert. Länger ginge es nicht, denn nach dieser Zeit wirklich kraftvollen Arbeitens ist er körperlich erschöpft wie ein Leistungssportler. "Die Muse sitzt ja auch nicht die ganze Zeit auf der Schulter", fügt er lächelnd hinzu.

Was bei ihm mitunter wild aber doch weitgehend intakt erscheint, hat es in den Objekten von Rita Klein nur noch als Fragment in ein zweites Leben nach dem Abholzen geschafft. Die bizarren Stücke etwa, die sie von den gefällten Pappeln am Hitdorfer Rheinufer rettete und auf denen sich jetzt Chrobocks Wälder in abstrakter Landschaft fortzusetzen scheinen. Grobe, aufgesprungene Baumrinde hüllen daneben ihre kleinen Sitzhocker ein, auf die sie mit bunten Stoffen bezogene Kissen gelegt hat. Tatsächlich sind sie nicht weich gepolstert, sondern in einem Stück komplett aus Holz gearbeitet und nur im oberen Teil bemalt. Andere Werke sind abstrakter und vermitteln ihren fortwährenden Appell, die Natur zu bewahren.

Eröffnung der Ausstellung "Über Stock und Stein ... zum Wald" in der Galerie im Forum am Freitag, 20. Oktober, 19 Uhr. Öffnungszeiten (bis 30. November) Mo. bis Fr. 8 bis 21 Uhr.

Quelle: RP
 
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