| 00.00 Uhr

Leverkusen
Motorradfahrer-Aufstand droht

Leverkusen. Weil sie immer öfter Knöllchen bekommen, wenn sie in den Eingängen zu Fußgängerzonen parken, drohen die Leverkusener Motorradfahrer jetzt mit einem Aufstand. Sie wollen regulär parken. Ein Motorrad, ein Parkplatz. Von Stephanie Lichius-Engels

Arne Kohls ist Motorradfahrer. Beruflich bedingt, weil er den Leverkusenern in der Fahrschule Dörner das Kradfahren beibringt. Aber auch in seiner Freizeit sitzt der Leverkusener gerne auf seinem Bike. Nur parken wird für Kohls mehr und mehr zum Krampf. Der Betreiber der Internet-Plattform "Motorradfahrer Lev" springt quasi aus der Hose, wenn er mit diesem Thema konfrontiert wird.

Schlägereien in Essen

Er bestätigt das, was die RP gestern schon schrieb: 30 Euro können die städtischen Politessen verhängen, wenn man mit seinem motorisierten Zweirad im Bereich der Fußgängerzonen steht. Und Strafzettel gibt es immer öfter. "In Wiesdorf gab es ja mal spezielle Motorradparkplätze", erinnert sich Kohls. "Da musste ich mir sagen lassen, die Maschinen würden das Stadtbild verschandeln. Jetzt gibt es Parktaschen hinter dem Abgang zur Tiefgarage. Für Anfänger ist es unmöglich, die zu erreichen, weil ein Bordstein davor ist. Wenn man da nicht aufpasst, donnert man frontal gegen die Wand." Radfahrer dagegen dürften tun und lassen, was sie wollten, ereifert sich der 38-Jährige. "Vor dem Juwelier am Wiesdorfer Platz stehen manchmal so viele Drahtesel, dass Fußgänger riesige Haken schlagen müssen. Eine Knöllchen-schreibende Politesse habe ich da aber noch nie gesehen."

In den 80er Jahren sei das Thema schon einmal hochgekocht. In Essen. "An einem Samstag haben dort mal 15 000 Motorradfahrer aus ganz Deutschland korrekt geparkt. Immer ein Motorrad pro Parkplatz. Das Ende vom Lied war, dass es Schlägereien gab." Die Autofahrer hätten die Maschinen eigenhändig aus den Parktaschen herausgehievt, was sich die Kradbesitzer natürlich nicht bieten lassen wollten. "So eine Aktion kann man ohne Probleme noch mal organisieren", wettert Kohls. "Wenn die Stadt es nicht anders will und nicht mit Augenmaß agiert, dann geht das schneller, als man denkt."

Das meint auch Bernd Klemmer, zweiter Vorsitzender des Opladener Motorrad-Clubs. "Das ist gar keine schlechte Idee", sagt der passionierte Motorradfahrer. "Sollte man mal drüber nachdenken. So wie es jetzt ist, geht es jedenfalls nicht weiter."

Die Ratsfraktion OpladenPlus fordert ebenfalls spezielle Motorrad-Parkplätze – aussehen könnten sie so wie auf dem Düsseldorfer Burgplatz. Mit dem Verteilen von 30-Euro-Bußgeldern würden die Bürger unnötig vor den Kopf gestoßen, schreiben die Politiker.

Kein Wischer, keine Parkscheibe

Dem kann Kohls nur zustimmen. Und argumentiert außerdem: "Wo soll ich denn den Parkschein, den ich ja auf einem regulären Parkplatz ziehen müsste, anbringen? Scheibenwischer habe ich nicht. Und Parkscheiben für Motorräder gibt es auch nicht. Laut Straßenverkehrsordnung darf ich nicht auf dem Bürgersteig stehen, sondern muss die Fahrbahn benutzen. Da aber stelle ich ein Hindernis dar. Letztlich habe ich keine Möglichkeit, mich korrekt zu verhalten."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Motorradfahrer-Aufstand droht


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.