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Leverkusen
Motorradfahrer - je oller, desto doller

Leverkusen: Motorradfahrer - je oller, desto doller
Mit diesem ProVida-Krad kann die Polizei Temposünder aufspüren und filmen. Es war auch bei der ersten Schwerpunktkontrolle im Einsatz. FOTO: Kempner
Leverkusen. Die Generation 45 plus hat das Hobby Motorradfahren entdeckt. Aber auch sie fällt der Polizei negativ auf. Das zeigt die Bilanz einer Polizei-Schwerpunktaktion. Von Gundhild Tillmanns

Motorradfahren macht Spaß und entwickelt sich immer mehr zu einem Hobby für die Generation 45 plus. Im Bergischen bieten sich beliebte Ausflugsstrecken an, wären da nicht die Anwohner, die sich über den Motorradlärm beschweren. Und nicht nur die! Denn die Polizei hat jetzt zur beginnenden Sommersaison an den Wochenenden wieder mit ihren Kradkontrollen begonnen: "Nicht, um den Motorradfahrern ihren Spaß zu verderben, sondern wegen der extrem hohen Unfallzahlen in unserer Region", verdeutlicht Alexander Wittgen, Leiter des Verkehrsdienstes bei der Polizei Rhein-Berg. Zwar sei der Motorradfahranfänger von heute durchschnittlich 45 Jahre alt: "Aber die älteren sind genauso unvernünftig wie die Jüngeren", stellt der Polizist fest.

Das zeigt die Bilanz der ersten Schwerpunktaktion auf der vielbefahrenen Motorradstrecke von Blecher nach Altenberg sowie an den Kontrollstellen in Burscheid-Paffenlöh, Odenthal Pistershausen und Kürten-Laudenberg. Dabei ging es zwar auch um Geschwindigkeitsmessungen, in erster Linie aber um Feststellung und Ahndung von technischen Mängeln und Veränderungen an den Krädern.

Die Polizei stellte 50 Verstöße fest, die in 20 Fällen Ordnungswidrigkeitenanzeigen und 30 Verwarngelder nach sich zogen. In 33 Fällen waren Motorradfahrer betroffen, in den übrigen 17 Fällen Pkw- und Lkw-Fahrer. Neben 25 Geschwindigkeitsverstößen führten in 18 Fällen Verstöße gegen technische Vorschriften zum Erlöschen der Betriebserlaubnis der Kräder.

In den übrigen sieben Fällen legten Autofahrer keinen Gurt an oder beachteten Lkw-Fahrer Sozialvorschriften nicht. Ein Beispiel: Ein Lkw-Fahrer, der die ganze Woche über mit seiner digitalen Fahrerkarte kontrolliert unterwegs war, hatte sich am Wochenende noch ein "Zubrot" auf einem Milch-Lkw verdient und damit die gesetzlich vorgeschrieben Ruhezeiten überschritten. "Für Milch-Lkw gilt eine Ausnahmeregelung, die brauchen keine Fahrerkarte", erläutert Wittgen. Aber es habe einen Hinweis der Bezirksregierung auf das entsprechende Fuhrunternehmen gegeben, das jetzt mit einer Anzeige und einem Bußgeld von 1000 und mehr Euro zu rechnen habe.

Genauso wie sieben Motorradfahrer musste der Lkw-Fahrer nach der Polizeikontrolle zunächst mal "absitzen" und warten. Er wurde durch einen anderen Fahrer ausgetauscht. "Und ein Motorradfahrer hat gewartet, bis ihm aus Köln ein zugelassener Helm gebracht wurde. Der war nur mit einem Brain-Cap aus Plastik unterwegs", berichtet Wittgen. Wieder andere Motorräder seien wegen gefährlicher technischer Eingriffe an der Gabel, am Lenker oder an den Reifen aus dem Verkehr gezogen worden.

Die Besitzer mussten ihre Kräder auf Anhängern nach Hause schaffen und nach Mängelbeseitigung bei TÜV oder Dekra prüfen lassen. Außerdem müssen sie ein Bußgeld zwischen 50 und mehr als 100 Euro, je nach festgestellten Mängeln, zahlen. Auch Lärmkontrollen gab es und wird es an den Sommerwochenenden an den Ausflugsstrecken der Motorradfahrer wieder geben. "Was die Motorradfahrer als einen sportlichen Sound empfinden, ist für die Bürger schlichtweg störender Lärm", betont der Leiter des Verkehrsdienstes. Deshalb würden auch immer wieder Motorräder mit ausgebauten Endschalldämpfern stillgelegt, kündigt die Polizei Rhein-Berg an.

Quelle: RP
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