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Leverkusen
Münzen: Kleines Geld verursacht große Kosten

Leverkusen: Münzen: Kleines Geld verursacht große Kosten
Hans-Peter Stolz: Der Volksbank-Mitarbeiter zeigt, dass Münzenzählen und -sortieren mit einiger Arbeit verbunden ist. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Einzelhändler, die viel Hartgeld einzahlen müssen, zahlen bis zu 1500 Euro Gebühren pro Monat. Von Gundhild Tillmanns

Die Geldbörse voller Münzen ist für viele ein Ärgernis: schwer, lästig, wenig wert. Für Geschäftsleute, die regelmäßig besonders viel Kleingeld aus ihrem Kassenbestand umtauschen oder auf ihr Konto einzahlen müssen und wollen, kann das Hartgeld zu einem teuren Unterfangen werden. Einige Einzelhändler klagten gegenüber unserer Redaktion, dass sie bis zu 1500 Euro monatlich an Wechselgebühren für das Einzahlen von Münzen zahlen müssten. Die RP-Redaktion sammelte die Konditionen im Umgang mit Hartgeld einiger Banken in Leverkusen:

Sparkasse Leverkusen Wie alle anderen Banken und Sparkassen sei man seit dem 1. Januar 2015 nach einer neuen EU-Verordnung verpflichtet, auch Hartgeld auf seine Echtheit überprüfen zu lassen, berichtet Sparkassensprecher Benjamin Rörig. Deshalb habe die Sparkasse seit dem 1. Juli ein Entgelt eingeführt, um ihre Ausgaben zu decken. Denn die Echtheitsprüfung stelle einen großen Aufwand dar. "Wir geben die Kosten, die wir haben, lediglich 1:1 an die Kunden weiter, mehr nicht", betont Rörig.

Die Münzen werden laut Rörig in sogenannten Safebags nach Wesseling zur zentralen Geldprüfung der Sparkasse geschickt und anschließend auf das Konto des Kunden eingezahlt. Privatleute, wie das kleine Kind mit seiner Sparbüchse, die junge Frau mit ihrer Centsammlung für die Brautschuhe müssten in der Regel nichts für den Umtausch zahlen: "Das liegt im Ermessen jeder Geschäftsstelle. Die kennen ihre Kunden", sagt Rörig. Vereine und Kirchen, die ihre Kollekte zur Sparkasse brächten, müssten ebenfalls kein Entgelt entrichten.

Geschäftsleute und Firmenkunden zahlenpro Safebag fünf Euro. Rörig sagt aber, die Sparkasse biete Geschäftsleuten bei regelmäßigem Hartgeldumtausch eine Flatrate an und verweise auf den bargeldlosen "Giro Go"-Verkehr, mit dem Kunden bis 20 Euro auch bargeldlos einkaufen könnten.

Volksbank Rhein-Wupper "Bei uns muss kein Kind mit Spardose fürs Geldwechseln etwas bezahlen", sagt auch Lothar Heinen von der Volksbank Rhein-Wupper. Auch dieses Geldinstitut arbeitet mit Safebags, deren Inhalt in der Filiale an der Quettinger Straße auf Echtheit überprüft und auf die Konten eingezahlt wird. Pro Safebag berechnet die Volksbank Rhein-Wupper laut Heinen vier Euro. Bei Vereinen und Kirchen gelte aber die Kulanzregel, betont er.

Raiffeisenbank Leverkusen Die ersten fünf Hartgeldeinzahlungen mitsamt Umtausch und Echtheitsprüfung seien bei der Raiffeisenbank auch für gewerbliche Kunden frei, berichtet Monika Boddenberg von der Raiffeisenbank. Ab der sechsten Einzahlung würden 1,50 Euro pro Safebag berechnet. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zahlten aber generell nichts, die älteren Kunden 35 Cent pro Einzahlung auf ihr Konto. Die Raiffeisenbank biete zudem verschiedene Modelle für Kundenkonten. Dazu gehöre ein Kompaktkonto, bei dem alle Dienstleistungen, wie auch der Hartgeldumtausch, inklusive seien.

Commerzbank Leverkusen "Privatkunden können ihr Münzgeld in einer überschaubaren Menge kostenfrei bei uns auf ihr Konto einzahlen", sagt Sprecherin Mirjam Redecker. Mit einer "überschaubaren Menge" seien maximal 50 Münzen gemeint, fügt sie auf RP-Nachfrage hinzu. Nichtkunden müssten für die Annahme von Hartgeld zahlen, innerhalb der Commerzbank auf ein Konto seien dies Minimum fünf Euro. Bei Einzahlung von Hartgeld auf ein fremdes Konto fallen laut Redecker für Nichtkunden sogar Minimum 15 Euro an.

Bei Geschäftskunden gelten laut Commerzbank-Sprecherin für die Safebags "individuelle Preisvereinbarungen. Einen festen Preis pro Safebag könne sie deshalb nicht nennen, sagte sie auf RP-Nachfrage. Denn die Häufigkeit der Einzahlungen, die Gesamthöhe und die Verbindung mit dem jeweiligen Kunden würden individuell bewertet.

Spardabank West Hier hat der Kunde pro Monat eine Münzgeldeinzahlung frei. Das Geld wird in eine Geldtüte verpackt, mit Name und Kontonummer versehen und an den privaten Geldtransportdienst übergeben. Die Firma zählt und prüft die Münzen und zahlt die Summe aufs Konto ein. Der Vorgang dauert bis zu zwölf Arbeitstage. Ab der zweiten Münzgeldeinzahlung im Monat fällt eine Gebühr von fünf Euro pro Einzahlung an. Sonderkonditionen sind grundsätzlich möglich.

Quelle: RP
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