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Leverkusen
Museum Morsbroich holt morgen 14 Picasso-Blätter aus der Kiste

Leverkusen. Raus aus der Kiste - so lautet das Motto zum "Wochenende der Grafik", das in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgerufen ist. Auch das Museum Morsbroich beteiligt sich mit der Präsentation von Meisterwerken aus der eigenen Grafischen Sammlung. Drei Blätter aus Pablo Picassos "Poémes et Lithographies" sind derzeit im Grafikraum der Hauptausstellung zu sehen. Die übrigen Arbeiten der 14-teiligen, im Dezember 1954 entstandenen Serie werden am Sonntag ebenfalls aus der Aufbewahrungskiste geholt und auf einem Vorlagetisch präsentiert. Von Monika Klein

Allerdings nicht gerahmt, sondern nur im Passepartout und ohne Glas, sagt Dr. Fritz Emslander, Leiter der Grafischen Sammlung im Museum Morsbroich. Er wird am morgigen Sonntag auch grundsätzlich erklären, wie man in der Sammlung mit solchen Blättern umgeht und zeigen, dass die Mappe von Picasso fast wie ein Buch konzipiert war.

Zur Vorbereitung auf dieses Wochenende der Grafik nahm sich Emslander die Akten vor, um zu erfahren, wie die Picasso-Serie ins Haus kam. Das war schon 1955, also ein knappes Jahr nach der Entstehung. Die Stadt kaufte die 14 Blätter mit insgesamt 30 Lithografien an. Noch lebte Picasso, die Preise waren kurz nach Erscheinen der Druckgrafiken erschwinglich. Wenige Jahre später, zumal nach dem Tod Picassos, hätte man ein Vielfaches bezahlen müssen. Zu rechtfertigen war der Kauf trotzdem. "In dem Werk ist der ganze Picasso enthalten. Die 30 Bilder sind von hoher Qualität und zeigen fast alle Stilmöglichkeiten des großen Meisters." So argumentierte der damalige Direktor des Musuems Morsbroich, Dr. Curt Schweicher, für den Ankauf mit der außerordentlichen Qualität. Picassos Freund un Sekretär Jaime Sabartés war überzeugt, dass Picassos umfangreiches Schaffen im Medium des (Künstler-)Buches das wohl "treueste Porträt" des Meisters vermittelte. Immer wieder schmückte Picasso Bücher zahlreicher Dichterfreunde mit Illustrationen oder Beigaben. Die "Poémes et Lithographies" aber sind komplett sien Werk, inklusive der selbst verfassten Gedichte in stilistischer Anlehnung an den Surrealismus.

Das Werk wurde in einer Auflage von 50 Exemplaren in Paris gedruckt. Bei der Leverkusener Folge handelt es sich um das einzige Exemplar der vom Kunsthandel noch zurückgehaltenen Auflage, das nach Deutschland gelangt war zur Ausstellung in der Kunsthalle Düsseldorf im Sommer 1955.

Fritz Emslander zeigt und erklärt morgen, 13. November, um 15.30 Uhr Picassos Originale, anschließend um 16 Uhr bietet er eine Kuratorenführung durch die Sammlungsräume an.

Geöffnet sind am Sonntag die aktuellen Ausstellungen: "Drama Queens. Die inszenierte Sammlung" und in der Grafik-Etage "Peter Radelfinger. Aah ... Aha!". Eintritt: 5,50, ermäßigt vier Euro, Familienkarten 15 Euro.

Quelle: RP
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