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Leverkusen
Museumsstreit: Herpolsheimer kritisiert Stadt und Politik

Leverkusen. Das Schloss muss bleiben. Ein Slogan, den sich die Kämpfer für den Kulturerhalt in der Stadt auf T-Shirts drucken lassen könnten. Gesagt haben ihn in den vergangenen Wochen viele, gestern auch Sparkassen-Chef Manfred Herpolsheimer. "Eine Stadt, der man die Kultur entzieht, entzieht man ein Stück Identität. Wenn wir gefragt würden, würden wir alles daran setzen, dass Schloss und anderes zu erhalten." Von Ludmilla Hauser

Daraus lässt sich auch lesen: Bis jetzt hat noch niemand bei der Sparkasse nachgehakt, ob sie sich finanziell engagieren will. Herpolsheimer führt das darauf zurück, dass "jetzt controllingmäßig" das Gutachten der Wirtschaftsprüfer von KPMG bei der Stadt abgearbeitet werde, statt dass sich die Stadt mit Leuten an einen Tisch setze. Und Leute, die finanziell etwas tun wollen, gebe es in der Stadt etliche. "Aber die muss man ansprechen und nicht nur im politischen Kämmerlein sitzen", moniert der Banker. Stark bezweifelt er, ob die jährlichen Kosten fürs Museum - die Wirtschaftsprüfer hatten von rund 800.000 Euro gesprochen - "die Stadt retten".

Oberbürgermeister Uwe Richrath nimmt die Kritik gelassen. Die Stadt habe die Wirtschaftsprüfer nicht beauftragt. Das habe die GPA, die Gemeindeprüfanstalt, für die Bezirksregierung getan, "weil unser Haushalt defizitär ist und man schauen wollte, was es noch für Möglichkeiten gibt", sagt Richrath.

Das Gutachten, betont er, sei wertungsfrei. Klar sei: Die Stadt hat zu wenig Gewerbesteuereinnahmen, um alleine derlei Angebote aufrechterhalten zu können. "Deswegen brauchen wir andere Finanzmittel." Zu einem Runden Tisch sei er bereit, will ihn mitinitiieren, sagt Richrath zu. "Aber es muss am Ende so sein, dass nicht nur geredet wird, sondern Taten folgen, Sponsoring - es muss ein langfristiges Konzept entstehen. Ich möchte nicht jedes Jahr darüber diskutieren müssen, ob genug Geld dafür da ist, eine Wand anstreichen zu können." Die Sparkasse sitze im Wirtschaftsbeirat der Stadt. "Auch da kann man das Thema ansprechen."

Fakt ist: Die Sparkasse zahlt wie die anderen kommunalen Firmen einen Beitrag zur städtischen Kultur (als Ausgleich, dass aus dem Kulturetat eine Million Euro für die Bahnstadt abgeht). Sparkassen-Sprecher Benjamin Rörig: "Die Höhe nennen wir nicht. Aber wir zahlen in jedem Jahr in Absprache mit den anderen Unternehmen an die Stadt."

Quelle: RP
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