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Leverkusen
Musikalisch und inhaltlich niveauvoller Jubiläumsfestakt

Leverkusen. Die Marienschule schenkte sich zum 150. Geburtstag einen gehaltvollen Festakt und eine lockere Feier. Von Tobias Falke

Der Festakt zum 150-jährigen Bestehen der Marienschule Opladen in der St.-Remigius-Kirche bestach durch Herzlichkeit und warme Atmosphäre. Vielleicht lag es an all den strahlenden Gesichtern, die sich seit Monaten auf diesen Tag vorbereitet hatten, vielleicht auch an der Chorgemeinschaft, die den "Lobgesang" (Symphonie Nr. 2 B-dur op 52) von Felix Mendelssohn Bartholdy in Perfektion ausdrückte.

Kaum zu glauben, dass sie sich "nur" als eine Schul-Chorgemeinschaft sieht, denn das Konzert war bestimmt von Professionalität. Dafür sorgte auch das Orchester, das beim ersten Stück "Maestoso con moto - allegro" die Zuhörer in den Bann zog. Streichinstrumente, Trompeten, Pauken, Hörner, Oboen, Fagotte und Andrea Filippini gewohnt stark an der Orgel harmonierten bestens miteinander. Thomas Brückner hatte als Leiter das Geschehen fest im Griff.

Mendelssohns Stück wird bestimmt vom Lob Gottes, dessen Treue zu seinem Volk und vom Wandel der Finsternis zum Licht. Dass der thematische Spannungsbogen gehalten wurde, dafür sorgten auch die Sopranistinnen Jana Gropp und Theresa Szorek sowie Tenor Johannes Klüser. Besonders stolz ist die Schule auf ihre Eigengewächse. Denn die Sopranistinnen haben 2010 beziehungsweise 2012 an der Marienschule ihr Abitur gemacht.

Doch nicht nur musikalisch hatte der Festakt ein hohes Niveau. Schulleiter Dr. Dieter Miedza freute sich, den Referenten Professor Rainer Bucher, Leiter des Insituts für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie der Uni Graz, geladen zu haben. In seinem Vortrag "Liquid church in a liquid modernity - Zur neuen Lage der katholischen Kirche in postmodernen Zeiten" sprach er hauptsächlich über die katholische Kirche im Wandel der Zeit.

"Die Welt ist schnelllebiger geworden. Die Welt, in die wir selbst hineingeboren wurden, gibt es für unsere Kinder nicht mehr", betonte er und fragte: "Wie soll sich da die Kirche in einer Welt positionieren, in der nichts bleibt, wie es war, und sie nicht einmal genau weiß, was auf sie zukommt?"

Als Beispiel nannte er die Kirche zur Zeit der Gründung der Marienschule - also vor 150 Jahren. Da entschied man sich für die Strategie, konservativer gegen die Modernisierung vorzugehen. Man wollte ein geschlossenes katholisches Milieu aufbauen, um sich weiter abzugrenzen. Eine Beichtanleitung hatte man unter anderem mit dem Hinweis versehen, dass man auf keinen Fall mit Andersgläubigen Kontakt haben solle.

Heute wäre dieses Vorgehen undenkbar. Und deshalb müsse sich Kirche immer wieder neu aufstellen, schloss Bucher vor rund 400 Gästen in der Remigiuskirche. Im Anschluss wurde im Schulgarten in lockerer Atmosphäre weitergefeiert.

Quelle: RP
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