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Leverkusen
Musikalischer Einblick in die russische Seele

Leverkusen: Musikalischer Einblick in die russische Seele
Die Sänger des St.-Daniels-Chores überzeugten in Schlebusch. FOTO: UM
Leverkusen. Der Chorliebhaber, der am Sonnabend die Friedenskirche besuchte, hätte durchaus den Eindruck haben können, einen ganzen Männerchor zu hören. Tatsächlich bestand der Moskauer "St. Daniels Chor" jedoch aus nur vier Sängern, die zur Osterzeit nach Deutschland reisen, um dort ihre Interpretationen bekannter russischer, aber auch deutscher Werke zu präsentieren. Von Tobias Falke

Im ersten Teil des Konzerts gab es eine kleine Andacht. Da die Liturgie der Ostkirche keine Instrumentalmusik kenne, bekäme dort laut Vladislav Belikov, Leiter des Ensembles, die Chormusik eine besondere Bedeutung zugewiesen. So durften sich die Gäste etwa über das russisch gesungene "Vater unser" freuen, "Christus ist auferstanden" belauschen und mit "Ich bete an die Macht der Liebe" einen Choral hören, der noch heute als Bestandteil des Großen Zapfenstreichs der Bundeswehr gespielt wird.

Der zweite Teil des einstündigen Programms konzentrierte sich auf weltliche Volksmusik. "Für die Damen haben wir Love Me Tender von Elvis Presley mitgebracht", kündigte Belikov an. Es folgten "Lili Marleen" und klassische russische Volkslieder. Die vier Künstler brachten viel Gefühl in die Friedenskirche. Ihre Stimmen waren klar und tief, und so konnte der Zuhörer die schwere Melancholie der russischen Seele spüren. "Mit der Weltpolitik ist das immer so eine Sache, und hier in Deutschland wird Russland nicht immer positiv gesehen", stellte Belikov fest. "Abseits von Politik wollen wir die positive Seite Russlands zeigen."

Der St. Daniels-Chor wurde 1990 im Danilow-Kloster Moskau gegründet. Das Männerchorensemble besteht aus vier Vokalisten (Bass und Tenor), die in Russland als Kirchenchorleiter und Kirchensänger und als freie Gesangskünstler tätig sind. In Deutschland sind sie intensiv unterwegs. So sangen sie kurz zuvor in Altenberg, ehe es weiter nach Dortmund ging.

Quelle: RP
 
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