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Leverkusen
Musikschule: Politiker wollen Honorarkräfte besser bezahlen

Leverkusen. Die Honorarkräfte der Leverkusener Musikschule sollen ab dem nächsten Jahr knapp neun Prozent mehr pro Unterrichtsstunde bekommen. Das hat der Betriebsausschuss KulturStadtLev jetzt so beschlossen. Grund für Jubelfeiern ist das aber nicht, denn während der letzten elf Jahre sind die - ohnehin niedrigeren - Honorare nicht gestiegen, während ihre fest angestellten Kollegen von den Lohnsteigerungen im öffentlichen Dienst profitiert haben. Die Schere zwischen den beiden Beschäftigungsgruppen, die durchaus vergleichbare Abschlüsse haben und dieselbe Arbeit verrichten, ist immer weiter aufgegangen. Viel weiter als die nun beschlossenen neun Prozent. Zudem müssen Honorarkräfte für Krankenversicherung und Altersversorgung selbst aufkommen. Von Monika Klein

Die Politiker aller Fraktionen waren sich einig, dass Handlungsbedarf besteht und haben ein Zeichen gesetzt für die studierten Musiker, die auf Honorarbasis eine Arbeit leisten, auf die eine Musikschule nicht verzichten kann. Anders hätte man den Eltern auch kaum die Gebührenerhöhung für den Unterricht ihrer Kinder vermitteln können, die in dieser Sitzung zur Abstimmung stand, so wie im Schnitt alle zwei Jahre. Der Ausschuss hatte in früheren Sitzungen festgelegt, dass beabsichtigte Gebührenerhöhungen für die Erhöhung der Honorare ausgegeben werden solle. In der Verwaltungsvorlage war davon nichts zu erkennen.

Auf Nachfrage der Vorsitzenden Roswitha Arnold (Grüne), erklärte KSL-Leiterin Biggi Hürtgen, man habe erst abwarten wollen, ob die erwarteten Mehreinnahmen tatsächlich fließen, um dann später die Honorare anzuheben. Dabei geht es einmal um etwa 27.000 Euro, die durch Mieterhöhung für Musikschulräume, Instrumentenausleihe und Parkplatzvermietung erzielt werden sollen (die RP berichtete). Zugleich sollen die Gebühren für Musikunterricht um durchschnittlich 6,5 Prozent angehoben werden (2014: 2,9 Prozent, 2012: 3,9; 2010: 6,4 Prozent), was zu Mehreinnahmen von rund 41.000 Euro führt. Vorausgesetzt, es gibt keine Abmeldungen in Folge der Erhöhung.

Auf diesen Unsicherheitsfaktor berief sich Hürtgen, aber die Politiker blieben hart - zugunsten der Honorarkräfte. Gut 25.000 Euro wird die beschlossene Erhöhung der Honorarsätze, die noch im Rat abgesegnet werden muss, kosten.

Quelle: RP
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