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Leverkusen
Mutige Helfer halten Räuber fest

Leverkusen: Mutige Helfer halten Räuber fest
Polizeipräsident Wolfgang Albers (v.l.) zeichnete gestern Fabio Pires Lopez, Christian Peters und Jeannette Pröller für ihre Courage aus: Die drei halfen einer überfallenen Frau und hielten sogar den Täter fest. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Polizeipräsident Wolfgang Albers ehrte Bürger für ihre Zivilcourage. Drei von ihnen halfen einer überfallenen Frau und hielten sogar den Täter fest. "Hinsehen, handeln, Hilfe holen", nach diesem Vorbild sollten alle handeln, sagte Albers. Von Siegfried Grass

Hinsehen, handeln, Hilfe holen - das haben sich Menschen zu Herzen genommen, die vom Kölner Polizeipräsidenten Wolfgang Albers für ihre Zivilcourage und beispielhaftes Handeln ausgezeichnet wurden. Es war eher ein kleines Dankeschön in Form einer Urkunde und eines Gutscheins, das die 13 Helfer erhielten. Aber die Geste soll auch zeigen, dass man ein beherztes Vorgehen bei Straftaten, die man beobachtet, durchaus zu würdigen weiß. Unter den Geehrten waren vier Leverkusener, die der Polizei in zwei Fällen eine Festnahme der Straftäter ermöglichten.

Fall 1 betrifft einen jungen Mann, der am 19. September dieses Jahres gegen 14 Uhr mit seiner Frau auf einem Waldweg an der Dhünn in Höhe der Brücke zum Klinikum spazieren ging. Ebenfalls unterwegs: Eine 51-jährige Frau, die Geschädigte: Ihr näherte sich ein Unbekannter von hinten und versuchte, die Frau brutal zu Boden zu reißen. Die Angegriffene ließ ihre Handtasche und ihr Mobiltelefon fallen. Der Täter, etwa Mitte 40 Jahre alt, der einen betrunkenen Eindruck machte, wie der geehrte Helfer Christian Peters schilderte, ließ von seinem Opfer nicht ab und schlug sogar brutal auf sie ein. Die Hilferufe hörte der Zeuge und half spontan. Das war dem Täter dann wohl doch zu viel, er lief weg, fiel auf seiner Flucht hin. Das war die Gelegenheit für Jeanette Pröller und Fabio Pires Lopez, die als weitere Helfer geehrt wurden, den Räuber zu überwältigen und bis zum Eintreffen der alarmierten Polizeibeamten festzuhalten.

Der zweite Fall vom 2. Februar gegen 13 Uhr ist noch dramatischer, weil sich hier der 57-jährige Helfer gleich zwei jungen Männern, 20 und 23 Jahre alt, gegenüber sah. Er war mit seinem Fahrzeug an der Stauffenbergstraße unterwegs und beobachtete, wie eine junge Frau (19 Jahre) mit einem der Täter heftig stritt. Sofort rief der Zeuge 110 an, was der zweite Täter beobachtete. Als er dann auch noch der Frau helfen wollte, verpasste der ältere Verbrecher dem Helfer einen Kopfstoß.

Als die alarmierten Beamten eintrafen, sprach das Opfer - offenbar völlig verängstigt - lediglich von einem Sturz. Als sie später das Auto verlassen wollte (nachdem die Polizei wieder weg war), hielt der Mann sie fest. Dies wiederum wurde von einem weiteren Zeugen beobachtet, der erneut die Polizei alarmierte. Er folgte dem Fahrzeug mit Sicherheitsabstand.

Als die Flüchtigen auf dem Seitenstreifen der Autobahn anhielten, trafen andere Polizisten ein, erkannten das wahre Ausmaß der Straftat. In der Anzeige wird den Tätern Freiheitsberaubung und Körperverletzung vorgeworfen. Da die Täter das Auto des ersten Zeugen fotografierten und handgreiflich wurden, möchte er seine Identität lieber geschützt wissen - "schließlich muss ich auf meine Familie Rücksicht nehmen".

Gerade deswegen lobt der Polizeipräsident das beispielhafte Verhalten der Geehrten, die hingesehen, geholfen und Hilfe gerufen haben: "Sie waren im richtigen Moment an der richtigen Stelle und haben das Richtige getan."

Alle Geehrten sagten: Sie hätten spontan agiert, ohne lange nachzudenken, in welche Gefahr sie sich womöglich selbst begeben würden. "Aber ich habe danach doch lange darüber nachgedacht", sagte der Zeuge der Freiheitsberaubung, "ob es richtig war". Zumal er im Nachhinein heftige Kritik am "unfreundlichen Verhalten" der Polizisten übte, die als erste gerufen wurden - auch ihm als Zeugen und Helfer gegenüber.

Quelle: RP
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