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Leverkusen
Nachbarschaftspflege auf Theaterbühne

Leverkusen: Nachbarschaftspflege auf Theaterbühne
Szenenfoto aus der aktuellen Produktion "Sieben" zum 35-jährigen Bestehen der "Drama-Ticker" als Theatergruppe der Bürgervereinigung Kolonie II und III im Pfarrsaal Herz-Jesu. FOTO: Drama-Ticker
Leverkusen. Die Laiengruppe Drama-Ticker feierte mit dem selbst entwickelten Stück "Sieben" ihren 35. Geburtstag. Von Monika Klein

Eine Gruppe von Wiesdorfern gründete im Jahr 1981 die Bürgervereinigung Kolonie II und III. Schon bald fand Walter Klän, der von Anfang an dabei war, Unterstützer für seine Idee, bei der Weihnachtsfeier ein Theaterstück für die Kinder zu spielen. Der inzwischen verstorbene Vorsitzende Adolf Horst schrieb das Märchen "Des Kaisers neue Kleider" entsprechend um und im Dezember 1982 fand die Aufführung bei der Feier im Burghof Manfort statt.

Damals ahnte wohl niemand, dass es die Geburtsstunde der Theatergruppe war, die unter dem Namen "Drama-Ticker" mit der aktuellen Produktion "Sieben" ihr 35-jähriges Bestehen feiert. Und das mit vielen bekannten Gesichtern, von denen die meisten schon etliche Jahre dabei sind. Wolfhardt Weß und Heidi Wurth sind die "dienstältesten" Mitglieder der Truppe. Nach Walter Klän, dessen Familie anfangs dabei war. Seine Frau Rita war lange Zeit Souffleuse und 1982 spielten bereits seine Kinder mit: Nicole und Holger Klän, der inzwischen Regie führt und Stücke schreibt. Bei den Drama-Tickern hat er so viel Theaterluft geschnuppert, dass er mittlerweile professionell für die Bühne arbeitet, als Regisseur und selbstständiger Theatercoach. Auf Wunsch des Vaters hat er allerdings zuerst "etwas Anständiges" gelernt und eine Schreiner-Ausbildung gemacht.

Im kleinen St. Antonius-Heim wurde bald, zusätzlich zum Märchenstück für die Weihnachtsfeier die erste abendfüllende Veranstaltung realisiert. Inzwischen ist der Pfarrsaal Herz-Jesu in Wiesdorf Heimat des Laien-Theaters, das außerdem jedes Jahr "auf Tournee" durch Leverkusener Altenheime geht. Am vergangenen Sonntag baute man das selbst erstellte, reisefähige Bühnenbild im Awo-Haus an der Tempelhofer Straße auf. Am 21. Januar wird im Evangelischen Gemeindehaus gespielt und eine Woche später bei der Awo in Rheindorf. Und dann ist es schon bald Zeit, sich Gedanken über das nächste Stück zu machen, das im Herbst Premiere haben soll.

Wahrscheinlich wird es wieder keine fertige Text-Vorlage geben, die nach der Rollenverteilung auswendig gelernt wird. So war es jedenfalls bei "Sieben". Da gab es am Anfang nur ein vorgegebenes Thema und den roten Handlungsfaden, an dem entlang auf der Bühne improvisiert wurde. Die Souffleuse saß mit Laptop davor und schrieb die Dialoge mit, die anschließend diskutiert und ausgefeilt wurden. "Das geht bei uns ganz basisdemokratisch zu, aber den letzten Ausschlag gibt der Regisseur", sagt Prinzipal Walter Klän. Erst zwei Wochen vor der Premiere stand das finale Drehbuch.

Die Drama-Ticker haben 21 Mitglieder, inklusive Techniker und Ausstatter. Über 70 Produktionen gab es bisher, anfangs bis zu vier Pro Jahr. Da gab es parallel auch noch eine Kindertheatergruppe, die inzwischen aufgelöst ist.

Quelle: RP
 
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