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Frecher Nachwuchs bei den Heidschnucken
Die kleinen Strolche vom Tierpark

So frech ist der Nachwuchs im Wildpark
Leverkusen. Im Wildpark Reuschenberg gibt es Nachwuchs bei den Heidschnucken – und der hat es ganz schön hinter den Ohren. Wenn die Tierpfleger nur kurz nicht aufpassen, brechen die kleinen Vierbeiner aus ihrem Gehege aus. Wir haben einen "Ausbruch" im Video. Von Severin Trompetter

Die Tierpfleger Björn Heimann und Jessica Michel haben im Wildpark Reuschenberg in diesem Frühjahr besonders viel zu tun. "Die hauen andauernd ab", sagt Heimann. Mit "die" meint der Tierpfleger den frechen Nachwuchs der Heidschnucken. Die schwarzen Lämmchen haben ganz offenbar einen starken Erkundungsdrang; sie wollen die Welt kennenlernen. Wenn niemand hinsieht, quetschen sie sich so heimlich sie können durch den Zaun ihres Geheges, um die Gegend unsicher zu machen. Bei den Heidschnucken heißt das: Sie fressen Gras und Pflanzen in der Umgebung ab. Erst vor einer halben Stunde seien die Kleinen zum letzten Mal davongelaufen, keucht Tierpfleger Heimann.

Ganz ungefährlich ist das nicht. Immerhin könnte der pelzige Nachwuchs bis zur Straße laufen. Deswegen ist es wichtig, dass Besucher es melden, wenn sie die Ausbrecher sehen. Bislang hat das geklappt. "Über unsere Notfalltelefone werden wir immer schnell informiert", sagt Pflegerin Jessica Michel. Die Nummern hängen an vielen Ecken des Tierparks aus. Dass die Tiere gelegentlich ausbüchsen, sei aber halb so wild. "Die meisten kommen spätestens dann zurück zu ihren Müttern, wenn sie Durst haben." Kein Wunder, Unsinn machen, das macht hungrig. Das weiß jeder noch aus der eigenen Kindheit.

Die Heidschnucke gehört zu den Schafen. Heimisch ist sie im Norden, der Lüneburger Heide. Übrigens: Heidschnucken sind dafür bekannt, ganze Wiesen abzugrasen. Was sie aber nicht mögen, ist Wacholder, für den die Lüneburger Heide bekannt ist. Das hat die Region ihren Heidschnucken zu verdanken, die alles abgrasten – eben bis auf die Zypressengewächse.

"Von Ostern bis zum vorletzten Wochenende wurden immer neue Heidschnucken geboren. Dieses Jahr waren sogar drei Zwillingsgeburten dabei", erzählt Heimann. Das sei selten. Einige der jungen Schafe sind schon größer, andere sind noch recht zierlich. "Irgendwann kommt die Wolle", grübelt Heimann. "Das Problem ist, dass unser ehrenamtlicher Scherer abgesprungen ist und wir auf der Suche nach einem Neuen sind."

Kaum hat der Tierpfleger zu Ende gesprochen, büchsen schon wieder zwei der Jungtiere aus. Heimann rollt mit den Augen. Als er näher kommt, quetschen sich die Strolche durch den Zaun zurück ins Gehege. 

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