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Leverkusen
Narrenkappe wechselt Prinzen

Leverkusen: Narrenkappe wechselt Prinzen
Mit Narrenhut und einem Tänzchen mit Mariechenprinz Ex-Ex-Prinz Elke Schäfer (Session 2014/15) feiert Prinz HaJü I. ausgelassen seine Proklamation am Karnevalssonntag. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Per Kappe wurde die Regentschaft von Prinz HaJü I. besiegelt. Die richtige zu finden, war jedoch gar nicht so einfach. Von Tobias Brücker

Das karnevalistische Lützenkirchen ist zwischen all den Zügen und Gesellschaften Leverkusens irgendwie anders - irgendwie alternativ. Das zeigte sich auch während der Proklamation des neuen Prinzen HaJü I. auf dem Sportplatz des SSV. Diese begann nämlich mit deutlicher Verspätung - ganz in der Tradition des so kleinen Umzugs am Karnevalssonntag, der trotz seiner unscheinbaren Länge Stunden dauern kann.

Während im Flutlicht Spieler in gelb-schwarzen Trikots in der Kälte schwitzten, schafften sich der baldige Prinz und sein Gefolge eine bunte, laut lustige Wohlfühloase im relativ kleinen Vereinsheim. "Das ist alles sehr aufregend für mich", erklärte das Oberhaupt in Spe, Prinz HaJü I., der eigentlich Hans-Jürgen Knitter heißt. "Ich bin froh, dass ich die Chance bekommen habe, und werde mein Bestes geben."

Das bedeutet für den Prinzen vor allem eines: am Umzugstag ordentlich Kamelle in die Menge schmeißen. Und das bei dem für Knitter schönsten Umzug in Leverkusen. Die familiäre Stimmung, die vielen bekannten Gesichter am Straßenrand, die Feierlaune und der Frieden, die Gewalt keinen Platz lassen, gefallen seiner Tollität sehr gut. Zum ersten Mal übrigens wird ihr Wagen von einem Tanzcorps begleitet. Extra dafür entsendet Rut-Wiess Dabringhausen für HaJü I. eine Tanzgruppe ins rund 15 Kilometer entfernte Lützebömmel.

Die Töchter Inga und Wiebke, die ihren Vater als Pagen begleiten, sowie Ehefrau Jutta machen die Entourage perfekt. Jutta Knitter unterstützt ihren Gatten auch bei anderen karnevalistischen Verpflichtungen. "Ich bin schon stressresistent", sagt Knitter, "aber ich habe eine tolle Frau, die mir sehr hilft."

Wenn die Regel sich bestätigt, wird seine bessere Hälfte auch bald auf dem hohen Wagen stehen. Denn: 2002 gründeten die beiden mit einem anderen Paar eine Art Kochklub. Seit Jahren gehen sie als Köche beim Umzug in Bruchhausen mit. Zwei von insgesamt 25 Prinzen in 26 Jahren stellte die Gruppe bereits. Mit HaJü I. ist der nächste seit Freitag offiziell. Die Gruppe ist also eine wahre Prinzenschmiede.

So konnte schon das dritte Oberhaupt aus der Fußgruppe das rotweiße Gewand überstreifen. Dieses teilten sich im vergangenen Jahr Prinz Holger I. (Schwarz) und Prinz Petra I. (Nett). Die nahmen ob ihrer Ex-Regentschaft symbolisch einen blauen Zylinder entgegen. Dafür übergaben sie jedoch die Narrenkappe - die wiederum auf dem Haupte des neuen Prinzen ihren rechtmäßigen Platz finden sollte. Das stellte sich allerdings als schwieriger heraus als gedacht: Zunächst falsch herum aufgesetzt, war sie auch noch zu klein für den "Kanisterkopf", wie Knitter lachend rief. Zum Glück gab es noch eine deutlich größere Mütze in der Hinterhand, so das HaJü I. trotzdem seine Narrenkappe standesgemäß entgegennehmen konnte.

Quelle: RP
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