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Leverkusen
Neue Parkregelung verärgert Anwohner

Leverkusen: Neue Parkregelung verärgert Anwohner
Iris Knott und ihr Nachbar Patrick Krauß sind es gewohnt, lange nach einem Parkplatz in Wohnungsnähe suchen zu müssen. Sie befürchten, dass die neue Parkregelung keine Verbesserung bringen wird. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. In der Straße Im Burgfeld gilt ab Mai Bewohnerparken. Einige Anwohner kritisieren, dass sie zu spät informiert wurden. Von Verena Bretz

Als Ende März ein unfrankierter Umschlag "An die Anwohner/innen" in ihrem Briefkasten lag, wollte Iris Knott das Schreiben zuerst wegwerfen. "Ich dachte, das ist mal wieder so ein Werbebrief", sagt die 60-Jährige. Umso überraschter war sie, nachdem sie dann doch hineingeschaut und den Brief gelesen hatte: Bereits zum 1. Mai werde die Straße Im Burgfeld in den Parkbezirk E aufgenommen, stand dort.

Das bedeutet: Besucher können dort künftig nur noch während bestimmter Zeiten mit Parkscheibe für maximal zwei Stunden parken, Anwohner müssen rechtzeitig einen Bewohnerparkausweis beantragen. Jahresgebühr: 30,70 Euro. "Da habe ich aber gestaunt", sagt Iris Knott, die bereits seit 18 Jahren mit ihrer Familie in der Straße wohnt. "Wir wissen hier alle, dass die Parksituation extrem schlecht ist", sagt sie.

Zwei Schulen sind in der unmittelbaren Nachbarschaft, außerdem Park- und Sportanlagen, und alle zwei Wochen kommen noch die Bundesligaspiele in der benachbarten BayArena hinzu. "Aber wir haben uns halbwegs mit der Situation arrangiert." Eine extra Parkregelung gab es in der engen Straße bislang nicht.

Was sie und einige ihrer Nachbarn ärgert: "Künftig sollen wir für einen Parkplatz bezahlen, den wir sowieso nie oder nur selten bekommen. Denn so ein Ausweis garantiert uns ja auch keinen Stellplatz." Tatsächlich sind Parkplätze Im Burgfeld rar: Auf etwa 60 Haushalte kommen rund 20 Parkplätze.

Und wenn Bayer Leverkusen spielt, können die Anwohner eine Art Ausweis von der Stadt vorzeigen. Mit dem dürfen sie in die Straße fahren, die dann für auswärtige Stadionbesucher gesperrt ist. "Diese Pappscheibe war für uns allerdings immer kostenlos", sagt Iris Knott. Mit den neuen Ausweisen könne die Stadt nun ordentlich Geld verdienen.

Die Stadtverwaltung argumentiert, dass mit der neuen Bewohner-Parkregelung die zahlreichen Pendler aus der Straße ferngehalten werden. Immer wieder hätten sich Anwohner über die Pendler beschwert. "Dabei parken hier so gut wie nie Pendler", erzählt Iris Knott. "Für uns wird sich durch die neue Regelung also gar nichts verändern - außer, dass wir künftig eine Gebühr bezahlen müssen."

Ihr und den Nachbarn, mit denen sie gesprochen hat, ist klar: Sie werden an dem Beschluss nichts mehr ändern können. Aber: "Warum hat die Stadt uns erst so spät informiert?", fragt sie. Immerhin wurde die Vorlage im Mai vergangenen Jahres beschlossen. "Hätten wir eher davon erfahren, hätten wir uns vielleicht doch noch beschweren und den Planern zumindest unsere Erfahrungen mitteilen können", bedauert sie.

Dazu erklärt eine Stadt-Sprecherin: "Unter anderem wegen technischer Schwierigkeiten bei einer nötigen EDV-Anpassung und personeller Engpässe war eine schnellere Umsetzung leider nicht möglich." Man werde sich aber bald mit Iris Knott in Verbindung setzen. Viel Hoffnung kann die sich aber nicht machen. Denn: In der Regel sei in solchen Fällen keine vorherige Beteiligung der Bürger vorgesehen. Die Entscheidung falle in die Zuständigkeit der jeweiligen Bezirksvertretung.

Die drei Ausweise für ihre Familie - "Wir sind alle berufstätig und auf die Autos angewiesen" - hat Iris Knott mittlerweile beantragt. "Fast hundert Euro im Jahr - für uns ist das eine Menge Geld."

Quelle: RP
 
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