| 12.32 Uhr

Betrüger geben sich als Polizisten aus
Neue Welle von Trick-Anrufen in Köln und Leverkusen

Köln/Leverkusen. Die Köln-Leverkusener Polizei warnt erneut vor Betrügern, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben, um an das Geld von Senioren zu gelangen. In der Nacht zu Montag habe es in Köln und Leverkusen eine neue Welle von Anrufen gegeben. 

"Wir wissen von neun Versuchen, in allen Fällen blieb es glücklicherweise beim Versuch", sagte eine Polizeisprecherin unserer Redaktion. Die Berichterstattung in den Medien habe wohl dazu geführt, dass die mutmaßlichen Opfer dieses Mal misstrauisch genug waren und sich nicht bedrängen ließen.

So funktioniert die Masche

In allen neun Fällen wurde im Display der Betroffenen die Nummer 0221/110 angezeigt. Das ist Teil der Masche: Die Täter weisen ihre Opfer oft explizit auf die Nummer hin, um vorzutäuschen, dass sie Polizeibeamte sind. Die Nummer wurde aber über einen Internetdienst so eingestellt. Die Polizei betont, niemanden zu Hause anzurufen.

Anfang Oktober berichteten zwei Seniorinnen öffentlich davon, wie sie auf den perfiden Trick hereinfielen. Ein freundlicher Anrufer verwickelte die Frauen in stundenlange Telefongespräche und brachte sie letztlich dazu, Schmuck und Bargeld an einen vermeintlichen Zivilbeamten zu übergeben – der sollte angeblich alles in Sicherheit bringen vor einer Einbrecherbande, die in dem jeweiligen Stadtteil unterwegs sein soll. Die Betrüger erzählten ihren Opfern, dass deren Namen und Adressen auf einer Liste von Einbrechern aufgetaucht seien.

Zahl der Fälle steigt

20 Millionen Euro Schaden jährlich richten Trickbetrüger bundesweit allein mit dem sogenannten "Polizisten-Trick" an. Es gibt Varianten wie den "Enkeltrick", bei dem sie sich als Verwandter in Not ausgeben. Christoph Heinen leitet das Kriminalkommissariat 25, das sich mit den Fällen beschäftigt. "Die Zahl geht gerade wieder sprunghaft nach oben", sagt er. 2015 gab es im Kölner Stadtgebiet 50 Fälle, in diesem Jahr sind es schon mehr als doppelt so viele. Die Banden agieren europaweit, haben sich nach Angaben von Heinen über Jahre spezialisiert. "Die Ermittlungen sind außerordentlich schwierig, da die Hintermänner, die die Telefonate führen, in der Türkei sitzen", sagt Heinen. Nimmt die deutsche Polizei einen der "Abholer" fest, wird der einfach ausgetauscht.

Die Polizei bittet mögliche weitere Opfer, sich unter Telefon 0221 2290 zu melden.

(hsr)
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