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Leverkusen
Neueinstieg in den Beruf mit 70 Jahren

Leverkusen: Neueinstieg in den Beruf mit 70 Jahren
Marlies und Horst Kube haben sich vor 57 Jahren auf einer Versammlung von Jugendgärtnern kennengelernt. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Nach einer 14 jährigen Auszeit haben Marlies und Horst Kube ihren Blumenladen in Lützenkirchen wiedereröffnet. Weil sie nach einem Geschäftswechsel keinen Nachmieter für ihr Räume fanden, entschlossen sie sich zu diesem Schritt. Von Tobias Brücker

In ihrer bunten, wohlriechenden Oase fühlen sich Horst und Marlies Kube am wohlsten. Wenn draußen die Autos im nassgrauen Herbstwetter vorbeirauschen, wissen die beiden, was sie an ihrem kleinen, gemütlichen Blumenladen an der Lützenkirchener Straße haben. Nachdem sie aus gesundheitlichen Gründen eine 14-jährige Auszeit nehmen mussten, steht das Ehepaar nun wieder hinter ihrem Tresen.

Der Pächter, an den die Immobilie zeitweise vermietet war, ist vor geraumer Zeit in die Stadtmitte Lützenkirchens gezogen. 14 Monate suchten die Eheleute nach einem Nachfolger. "Wir hatten viele Interessenten", berichtet Marlies Kube. Insgesamt hätten rund 16 Menschen Interesse gezeigt. Sechs davon wollten einen Kiosk eröffnen, drei oder vier Pizzerien waren angedacht und sogar eine Spielhalle - letzteres wurde aber kategorisch ausgeschlossen.

Schlussendlich entschieden sich die Kubes, den Laden - trotz ihres Alters von nunmehr 70 und 74 Jahren - wieder selbst zu schmeißen. "Bereits im Februar habe ich angefangen zu frotzeln", erzählt Marlies Kube lachend. Der Beruf für die gelernte Floristin ist eine Berufung. Da verwundert es nicht, dass die beiden, die im August Goldhochzeit feierten, sich auf einer Versammlung von Jugendgärtnern kennenlernten. Das war vor 57 Jahren. Was daraus entstehen sollte, sollte groß werden.

Zunächst im elterlichen Familienbetrieb Horst Kubes engagiert, entschlossen sie sich schon bald, selbstständig gemeinsam ihr Glück zu suchen. Die ersten fünf Jahre gegenüber des Friedhofs an der Bruchhauser Straße. Während dieser Zeit bauten die beiden ein Haus, in das sie wenig später ihren Laden und Lebensmittelpunkt verlegten. Dort wohnen und arbeiten sie noch heute. Das hat auch einen Vorteil: In der Mittagszeit wird in der Wohnung über dem Laden frisch gekocht.

Die Kundschaft begrüßt die Wiederübernahme der Eheleute. "Sie freuen sich so", berichtet Marlies Kube, "wir werden oft gedrückt." Häufig hätten die beiden gehört, man würde sie vermissen. "Das hat uns in unserer Entscheidung natürlich ermutigt", betont die 70-Jährige. Die Auszeit hätten sie genossen. "Ich bin viel mit dem Fahrrad gefahren", erzählt Horst Kube. Das hat er nun eingetauscht - gegen Arbeitshandschuhe, Gartenschere und Blumentöpfe.

Wie lange die beiden noch arbeiten wollen, wissen sie nicht. Findet sich ein gut ausgebildeter Florist, können sie sich vorstellen, den Laden an ihn weiterzugeben - und nur noch zeitweise auszuhelfen.

Quelle: RP
 
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