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Leverkusen
Neuer Chefarzt will Chirurgie ausbauen

Leverkusen: Neuer Chefarzt will Chirurgie ausbauen
Nico Schäfer ist der neue Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Klinikum- FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Unter anderem im Bereich der onkologischen und der Adipositas-Chirurgie plant Prof. Nico Schäfer Erweiterungen. Von Ludmilla Hauser

Das Lied "Dicke" vom Marius-Müller-Westernhagen steht wohl nicht auf der persönlichen Hitliste von Prof. Nico Schäfer. Denn der neue Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Klinikum hat dazu eine zu differenzierte Sicht auf Adipositas, eine Krankheit, die umgangssprachlich mit Fettsucht umschrieben wird.

Mit "Geh mal joggen" ist den Betroffenen freilich nicht zu helfen, sagt Schäfer, denn meist kommen psychische Probleme und Begleiterkrankungen etwa an Gelenken oder den Nieren hinzu. Er nennt Zahlen: "In Deutschland sind rund zwei Mio. Menschen an morbider Adipositas erkrankt, haben einen Bodymaßindex von 34 bis 40, bei Normalgewichtigen liegt er bei bis zu 25."

Mussten früher Patienten einen Eingriff meist selbst zahlen, werde dies nun von den Krankenkassen begleitet. "60 bis 80 Operationen machen wir hier am Klinikum pro Jahr", berichtet Schäfer. Der 45-Jährige, der in Bergisch Gladbach aufwuchs, sieht noch Potenzial, will auf 150 bis 200 OPs erhöhen. Eines von mehreren Ausbauprojekten, die er sich vorgenommen hat.

Seit 1. Juni hat Schäfer, verheiratet, Vater von vier Kindern, den Chefarztposten von Prof. Karl-Heinz Vestweber übernommen. Vor zwei Jahren hatte sich das Klinikum auf die Suche nach einem Nachfolger an der Spitze der "ökonomisch wertvollsten chirurgischen Abteilung", wie Klinikum-Geschäftsführer Hans-Peter Zimmermann formuliert, gemacht. "Und wir sind stolz, dass das Interesse so groß war, dass wir eine stattliche Anzahl von Bewerbern hatten." Geworden ist es Nico Schäfer, der zuvor 16 Jahre lang am Uni-Klinikum Bonn tätig war, zuletzt als Leitender Oberarzt. Die Chance, Chefarzt an einer Einrichtung zu werden, die "Maximalversorger mit fast universitärem Standard" sei, bekomme man nicht oft. "Es gibt nicht mehr viele Krankenhäuser, die ein so großes Spektrum anbieten", da zögere man nicht mit der Bewerbung. Das Spektrum will Schäfer erweitern. Denn der Bedarf sei da. Beispiel Adipositaschirurgie. Laut Zimmermann gibt es pro Jahr so genannte Erstkontakte mit 800 bis 1000 Betroffenen. Bei 260 bis 300 sei eine Operation angezeigt.

Auch in anderem Bereichen will Nico Schäfer das Klinikum voranbringen, etwa auf seinem Spezialgebiet der onkologischen Chirurgie - auch im schwierigen Bereich des Bauspeicheldrüsenkrebs'. Ebenso hat sich der neue Chefarzt vorgenommnen, die Schilddrüsenchirurgie weiterzuentwickeln und die robotische Chirurgie, also Eingriffe, die über einen vom Arzt gesteuerten Roboter laufen, auszubauen.

Medizinischer Ausbau, daran ist neben dem Ärztlichen Direktor Dr. Jürgen Zumbé auch Geschäftsführer Zimmermann gelegen. Er kümmert sich derzeit ebenso ums Thema Erweiterung. Im Bereich Auermühle. Vor kurzem hatte der Aufsichtsrat Strategiepapiere dazu vorgestellt. Auf dem Areal sollen ein Ärztehaus, ein Parkhaus und eine Kita entstehen. Der Manager trifft sich dazu im September mit Baudezernentin Andrea Deppe.

Quelle: RP
 
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