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Leverkusen
Neuer Rewe-Markt soll an die Reuterstraße

Leverkusen. Die Politiker hatten das Thema im April vertagt. Anfang Juni diskutieren sie erneut über das "Neben-Einkaufszentrum". Von Ludmilla Hauser

Das Thema, mit dem sich Anfang Juni die Politiker des Bezirks III in ihrer Sitzung beschäftigen werden, klingt zart beamtig-sperrig: "Vorhabenbezogener Bebauungsplan V 29/III Schlebusch - Einzelhandel Reuterstraße und Vorhaben- und Erschließungsplan.

Salopp gefasst: Es geht um Shopping an der Reuterstraße beziehungsweise darum, das Areal baurechtlich auf weitere Einkaufsmöglichkeiten vorzubereiten.

Das Vorhaben Konkret: Die Stadt will für die Handelskette Rewe die Möglichkeit schaffen, dort eine Filiale einzurichten.

Der Bedarf Die Verwaltung argumentiert dazu im Beratungspapier so: "Das ausgewiesene Nahversorgungszentrum Mülheimer Straße/Willy-Brandt-Ring bedarf einer Ertüchtigung, um als Nebenzentrum zu Schlebusch-Ortsmitte weiterhin bestehen zu können." Die Reuterstraße, die auf die Ecke Mülheimer Straße/Willy-Brandt-Ring zuläuft, sei in dem kreuzungsnahen Bereich die "einzige Entwicklungsfläche", die "einen strukturprägenden Lebensmittelmarkt in der Größenordnung von über 1200 Quadratmeter aufnehmen kann. Alternativstandorte existieren nicht." Dazu gebe es an der Mülheimer Straße in Richtung Waldsiedlung oder Dünnwalder Grenzweg keine Flächen oder Möglichkeiten, Grundstücke zu einem passenden Areal zusammenzulegen.

Der neue Markt Die Rewe GmbH will an der Reuterstraße einen so genannten Vollsortimenter mit 1600 bis 1750 Quadratmetern Verkaufsfläche einrichten. Dass dies dem übrigen Lebensmittelhandel in Schlebusch - vor nicht allzu langer Zeit hatte am Münsters Gäßchen erst ein Edeka-Markt eröffnet, zudem sind ein Hit und einige Discounter als größere Lebensmittelmärkte vertreten - rechnet die Stadt nicht. Sie hat dies berechnet: "Es ergeben sich Kaufkraftabflüsse von max. 7 % (beispielsweise in Bezug auf Schlebusch-Zentrum)", heißt es wörtlich in dem Beratungspapier für die Politiker.

Die Flächen Für das Projekt müssten so genannte Gartenfreiflächen der Thomas-Morus-Schule - die Rede ist von einem Teilstück von 1.845 Quadratmetern - einbezogen werden. Die Schule, das hat die Stadt in Erfahrung gebracht, stimme dem Verkauf der Fläche zu, wenn die verbleibenden Freiflächen entsprechend qualitativ aufgewertet werden". Die Kosten dafür soll dann Rewe tragen, was vertraglich festgehalten werden soll (siehe Extra-Artikel unten).

Für diejenigen, die den Markt mit dem Auto anfahren wollen, sollen zwischen 90 und 113 Parkplätze entstehen - der Seitenast der Reuterstraße dient dann als Zufahrt, sagt die Stadt.

Der Verkehr Die äußere Erschließung der Reuterstraße soll hauptsächlich über den Willy-Brandt-Ring erfolgen - das sei machbar, das Aber folgt auf dem Fuß: Die Verkehrsuntersuchungen zeigten auch, dass es "durch die Anbindung des Marktes besonders am Kreuzungspunkt Willy-Brandt-Ring/Mülheimer Straße zu einer Verschärfung der ohnehin angespannten Verkehrssituation führen wird". Sprich: Rückstaus.

Also müsse man als Stadt jetzt schon überlegen, wie der Verkehr auch mit einer Zusatzbelastung durch Supermarktbesucher reibungslose laufen könne - auch hinsichtlich der nahegelegenen Wohngebiete, hat die Stadtverwaltung erkannt. Sie will aus diesem Grund auch den Fuß- und Radverkehr (aus den nahen Wohngebieten) unterstützen.

Die Bürger Die Öffentlichkeit soll und muss an dem Bebauungsplanvorhaben beteiligt werden - mittels, und darin hat die Stadt seit dem Thema Autobahnausbau richtig Übung, eines Bürgerinformationsabends mit anschließendem Aushang der Planentwürfe. Der Bebauungsplan wird dann für etliche Wochen öffentlich ausgelegt. Bis es soweit ist, kann es aber noch dauern, denn das Beratungspapier kommt jetzt zum zweiten Mal auf den Tisch. Im April hatten die Bezirksvertreter schon einmal darüber diskutiert, das Thema aber vertagt, nachdem etliche Fragen und Bedenken aufgetaucht waren. Etwa auch die Frage, ob denn ein "Einzelhandels-Nebenzentrum" an der Reuterstraße zum Schlebuscher Zentrum wirklich erforderlich ist.

Die Sitzung der Bezirksvertretung III ist öffentlich. Sie findet am Donnerstag, 2. Juni, ab 16 Uhr in der Villa Wuppermann, Mühlheimer-Straße 14 statt.

Quelle: RP
 
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