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Leverkusen
Neues Konzept für die Zukunft von Schloss und Museum

Leverkusen. Der Museumsverein Morsbroich bietet der Stadt die Finanzierung eines soliden Zukunftskonzepts für das Schloss an. Von Monika Klein

Der Museumsverein Morsbroich beschränkt sich nicht darauf, gegen die im KPMG-Gutachten empfohlene Schließung des Museums zu protestieren. Die Mitglieder des Fördervereins haben sich tief ins Problem gekniet und nach Alternativen zur Rettung gesucht und diese auch gefunden. In einem umfangreichen Brief an den Oberbürgermeister hat Vorsitzender Dr. Gottfried Zaby ein konkretes Angebot gemacht.

Der Verein finanziert ein perspektivisches Standort-Entwicklungsprojekt, das "am Ende nicht zu Vermutungen oder spekulativen, gutachterlichen Ergebnissen führt, sondern zu transparenten und belastbaren Lösungen." Schließlich hat sich der Museumsverein, nicht zu verwechseln mit dem älteren Kunstverein Leverkusen, gegründet zur "Weiterentwicklung der Ausstellungsmöglichkeiten, um das Haus als Ort der Begegnung mit Kunst zu profilieren." Am Montag soll sich der Rat mit den Vorschlägen befassen, die laut Eingangsstempel am 21. Juni, also nach der Sitzung des Betriebsausschusses KulturStadtLev, beim Oberbürgermeister angekommen ist. Darin heißt es: "Der Museumsverein ist bereit, das Projekt mit folgendem Zeitplan aufzustellen und selbst zu finanzieren."

Es mache wenig Sinn, einzelne Ideen zur Einnahmeverbesserung zu verfolgen, das Konzept gelte ausdrücklich nur für Museum, Park und alle Schlossgebäude. "Jeder Lösungsansatz muss daher die gesamte Liegenschaft und deren tatsächlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und rechtlichen Status in Betracht ziehen und aufarbeiten." Schritt eins wäre die Verpflichtung eines operativen Projektteams, das aus zwei, höchstens drei erfahrenen und sachkundigen Fachleuten mit hoher Reputation bestehen soll.

Das Team soll im gesamten Jahr 2017 alle relevanten Verhältnisse des Schlosses Morsbroich und die alternativen Bewirtschaftungs- und Nutzungsmöglichkeiten ermitteln und dabei die Vorschläge aus Bürgerschaft, Rat und Verwaltung einbeziehen. Im zweiten Quartal 2017 soll das Team Ergebnisse mit Experten erörtern, anschließend werden Machbarkeit und Finanzierbarkeit geprüft. Der Stadt will man die Ergebnisse am 30. September 2017 vorstellen, im vierten Quartal sollen Beschlussvorlagen für die beteiligten Ausschüsse und den Rat vorliegen. Eine vollständige Dokumentation will der Museumsverein Anfang 2018 vorlegen. Bis dahin soll das operative Projektteam kontinuierlich berichten. Der Museumsverein bildet ein Vierer-Gremium, dem der Vorsitzende Dr. Gottfried Zaby als Zuständiger für die finanzielle Seite angehört. Außerdem sollen dem Ausschuss angehören: Der Museumsdirektor Dr. Markus Heinzelmann, Geschäftsführer des Vereins, zuständig für die kulturellen Aspekte des Museums, der Bauunternehmer Gernot Paeschke für die baulichen Fragen und Rechtsanwalt Dr. Manfred Hüttemann, der vorab die rechtliche Seite betreut. Der Museumsverein will als fünftes Mitglied einen Vertreter der Stadt ins Team berufen. Größer sollte das Gremium nicht sein, um flexibel zu bleiben. Vierteljährlich wird der Oberbürgermeister persönlich informiert. Jetzt muss der Rat das Angebot allerdings noch annehmen.

Quelle: RP
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