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Leverkusen
Neunte Symbiosen-Folge in der Bibliothek

Leverkusen. Dass Besucher in Büchern oder Zeitschriften blättern und sich dazu auf einen der bereitgestellten Stühle setzten, ist ganz normal in der Hauptstelle der Stadtbibliothek Leverkusen. Aber neuerdings halten sich dort einige Gestalten ziemlich lange auf. Wer sie nur am Rande registriert, merkt erst nach einiger Zeit, dass es sich nicht um lebendige Personen, sondern um Puppen in Lebensgröße handelt. Heidi Balke hat sie entworfen, geformt und angekleidet. Sie gehören zur neunten Folge der Symbiosen in der Stadtbibliothek. Von Monika Klein

Angefangen hat sie vor vielen Jahren mit kleinen Charakterpuppen, nicht wie üblich Kinder, sondern Omas und Opas. Bis sie auf Wunsch von Kunden lebensgroße Puppen probierte. Inzwischen hat sie 18 solcher Individuen angefertigt, die nicht nur unterschiedlich aussehen, sondern auch verschiedene Charaktere widerspiegeln. Sie verleiht sie für Präsentationen und Messen, einige "wohnten" zwei Jahre lang im Kolonie-Museum. Puppenbau ist für Heidi Balke zur Leidenschaft geworden.

Symbiosen heißt die Zusammenarbeit mit der Künstlergruppe arteLEV, weil hier die Genres Literatur und Bildende Kunst zusammengeführt werden. Heidi Balke gehört der Gemeinschaft zwar nicht an, sie wurde dieses Mal ebenso als Gast eingeladen wie der Fotograf Rainer Rauen, der beide Begriffe mit seinen Bildkompositionen umsetzte. Er porträtierte Künstler bei der Arbeit, wenn sie ihren Leidenschaften nachgehen. Dabei lichtete er allerdings nicht ihre Köpfe ab, sondern die Kunst schaffenden Hände. Darüber legte er halbtransparente Notendrucke und schuf eine Symbiose von Musik und Kunst.

Die übrigen Aussteller sind Mitglieder von arteLEV, wo sich Menschen aus unterschiedlichen Nationen zusammengefunden haben. Aus St. Petersburg stammt Rovshan Abdulov, der im klassischen figürlichen Stil malt und üppige weibliche Figuren abbildete. Kamlesh Chandna stammt aus Indien und liebt Farben. Blumen gilt ihre besondere Leidenschaft. Während ihr Mann im Garten arbeitet setzt sie sich hin und hält die vergänglichen Blüten fest, verriet sie bei der Ausstellungseröffnung. Sie malt in unterschiedlichen Techniken, mal mit kräftiger Acrylfarbe und dann wieder in zarterem flüchtigen Aquarell.

Dass die Leidenschaft weiblich ist, sieht man bei Ruth Gieraths, die Korsagen gespiegelt und gemalt hat. Die 9. Folge der Symbiosen ist noch bis zum 6. Oktober in der Galerie-Ecke der Stadtbibliothek Leverkusen, Rathausgalerie, zu sehen.

Quelle: RP
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