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Leverkusen
New Yorker Operngenuss auf der Kino-Leinwand

Leverkusen: New Yorker Operngenuss auf der Kino-Leinwand
Besucherin Ingrid Schaeffer-Rahtgens war schon in der alten und in der neuen Met in New York - und lobt "den Erste-Reihe-Blick" im Kinopolis. FOTO: U. Miserius
Leverkusen. Opernabend im Kinopolis: Aus den USA wurde Puccini übertragen. Die Gäste waren hingerissen - von der Darbietung und der guten Technik. Von Gabi Knops-Feiler

Zugegeben, das Flair war nicht ganz so faszinierend, wie in der Metropolitan Opera in New York, kurz Met. Dafür war der Besuch im Leverkusener Kinopolis aber auch um einiges günstiger. Zu bester Ausgehzeit am Samstag begann dort aus der Met die Live-Übertragung der Puccini-Oper "Manon Lescaut". Die Bilder wurden in voller HD-Qualität in 66 Länder ausgestrahlt. In New York war es wegen der Zeitverschiebung gerade erst Mittag, als Fabio Luisi, der als einer der führenden Interpreten italienischer Opern gilt, den Taktstock in die Hand nahm.

Die Oper sprach freilich ein anderes als das Kino-Publikum an. Denn in diese Vorstellung kamen auch Besucher, die seit Jahren nicht mehr im Kino waren. Sie hatten einen eigenen Eingang und eine eigene Garderobe. Vor Beginn gab es ein Glas Sekt, während der Pause Kanapees. Die Nachfrage nach rund 220 Karten war diesmal so groß, dass ein zweiter Saal eröffnet wurde.

Unter den Zuschauern, die aus der ganzen Umgebung anreisten, waren Kinopolis-Betreiber Helmut Brunotte mit Familie ebenso wie Theaterwissenschaftler Professor Franz Willnauer mit Gattin, von 1972 bis 1986 Leiter der Kulturabteilung der Bayer AG und späterer Intendant der Internationalen Beethovenfeste Bonn. "Von Anfang an war ich von der Reihe begeistert und bleibe ein treuer Gast", sagte der Schlebuscher. Er schwärmte von der unglaublichen Nähe zu den Darstellern, der lebendigen Übertragung und dem Blick hinter die Kulissen, den die Kameras auch während der Pausen gewährten. Die Akustik schätze er ganz besonders, gegenüber dem Original gebe es keine Einschränkungen, sagte Willnauer. Lediglich das Großformat sei gewöhnungsbedürftig, meist gelinge die Umstellung aber schnell.

Ingrid Schaeffer-Rahtgens aus Bergisch Gladbach lebte Ende der 60er Jahre für drei Jahre in New York und war mehrmals in der alten und in der neuen Oper zu Gast. "Die Met war schon immer etwas Besonderes", sagte die 75-Jährige. Doch die Übertragungen ins Kino ließen selbst die Originale verblassen, bei denen man nie einen solch exzellenten Blick auf das Geschehen haben könne. Sie hätte schon viele Bekannte und Freunde zu diesem Event mitgebracht. Anfangs hätten die die Nase gerümpft. "Inzwischen sind sie begeistert", schilderte sie, "weil man immer in der ersten Reihe sitzt".

Sogar das Architektenteam Busmann und Haberer, die Erbauer der Kölner Philharmonie, seien angetan gewesen. In der Übertragungsreihe aus New York stehen als nächstes "Madame Butterfly" (Puccini) am 2. April, "Roberto Devereux" (Donizetti) am 16. April und "Elektra" (Strauß) am 30. April auf dem Programm in Wiesdorf.

Quelle: RP
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