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Leverkusen
Sturm: Bahnfahrer stranden in Opladen

Fotos: Sturm sorgt für Zugausfälle zwischen Leverkusen und Leichlingen
Fotos: Sturm sorgt für Zugausfälle zwischen Leverkusen und Leichlingen FOTO: teleact Arbabha
Leverkusen. Umgestürzte Bäume, herunterfallende Dachziegel und gestrandete Zug-Passagiere am Opladener Bahnhof - Sturmtief Niklas sorgte am Dienstag für viel Aufregung. Vor allem der gestoppte NRW-Nahverkehr wurde zum Problem für viele Bürger. Von T. Falke, P. Korn, P. Scherer, V. Patel und U. Schütz

Der Sturm traf Leverkusen mit Wucht, aber dennoch hatte ein Schüler Glück im Unglück. Dem jungen Mann fiel ein Birkenast auf den Kopf. Es blieb wohl bei leichten Verletzungen. Der Vorfall ereignete sich gegen 13.30 Uhr auf der Bielertstraße in Opladen in Höhe der Bielertkirche. Kurze Zeit später war der Rettungsdienst vor Ort und versorgte den Verletzten. "Jetzt hat man einmal Ferien und möchte etwas mit seiner Freundin unternehmen und dann sowas. Ich stehe unter Schock, ich bin aber froh, dass es mir gut geht", sagte der junge Mann, bevor er ins Krankenhaus gebracht wurde. Die Feuerwehr rückte wenig später an und zersägte innerhalb von 15 Minuten den Baum, der querliegend die Bielertstraße blockierte. Der Baum fiel auf das gegenüberliegende Gebüsch, so dass kein weiterer Sachschaden entstand.

Glück haben seit Jahren auch die Nutzer der Humboldtstraße in Opladen. In Höhe des GEWG-Hauses Nr. 93 stürzen bei Sturm immer wieder Dachziegel auf die Straße. Gestern und am Sonntag passierte dies wieder. Dass Fußgänger und Radfahrer noch nicht getroffen wurden, grenzt fast schon an ein Wunder.

Gefahr Humboldtstraße: Spuren von heruntergefallenen Dachziegeln. FOTO: Schütz, Ulrich (us)

Als für die Bahn im NRW-Nahverkehr nichts mehr rollte, strandeten viele Fahrgäste am Bahnhof Opladen. Die Informationslage war dünn - auch bei den Lok-Führern: "Ich wollte heute nach Münster, aber ... ?", sagte ein Bahner und lud alle ein, sich in seine Regionalbahn zu setzen, damit sie sich wenigstens wärmen konnten. Über 100 Fahrgäste versuchten, mit Taxen weiterzukommen. Ein anspruchsvoller Wunsch, der mangels ausreichend vieler Taxen nur langsam erfüllt wurde. Pfiffige Fahrgäste warteten dagegen nicht direkt am Bahnhof Opladen, sondern fingen freie Taxis vorher an der Unterführung Bahnhofstraße ab.

Zwischendurch gab es an Gleis drei Wutausbrüche: Der erst lange pausierende Regionalexpress in Richtung Wuppertal startete schließlich, fuhr aber auf einem Umleitungsgleis am Bahnhof vorbei, wo verzweifelte Fahrgäste hilflos ansehen mussten, wie der rettende Zug ohne sie davon glitt. Auch ICE-Züge zeigten sich immer wieder im Bahnhof. Anstatt anzuhalten und Fahrgäste wenigstens nach Köln mitzunehmen, fuhren die Fernzüge im Schritttempo davon.

Sturmtief "Niklas" fegt über NRW FOTO: dpa, fg

Damit nicht genug: Fahrgäste aus den ICE-Zügen von Frankfurt nach Amsterdam und von Köln nach Berlin wurden in Opladen des Zuges verwiesen. Da es in den Zügen nicht mehr genügend Gutscheine für Taxifahrten zum Zielort gab und Opladen keinen Ticketschalter mehr vorzuweisen hat, wurden Ersatzscheine ausgestellt, berichtete ein aufgebrachter Geschäftsmann aus Stuttgart. Bei diesen Ersatzscheinen muss der Passagier die Kosten der Taxifahrt vorstrecken und sich diese später von der Deutschen Bahn zurückerstatten lassen.

Das Sturmtief Niklas sorgte auch nachmittags für Einsätze der Feuerwehr. 18 Einsätze waren es bis 15 Uhr. Meist ging es um umgestürzte Bäume. An der Straße Am Falkenberg stürzte ein Baum auf ein geparktes Auto, beschädigte dabei eine Laterne und ein Hausdach. An der Weissenseestraße war ein größeres Trampolin aufgrund von Windböen durch die Luft geschleudert worden. Dieses wurde durch Feuerwehrkräfte teilweise demontiert und gegen weiteres Umherfliegen gesichert. Auch im Forellental legte sich ein Baum quer.

Quelle: RP
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