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Leverkusen
Nikolausmarkt in Quettingen steht nach 17 Jahren vor dem Aus

Leverkusen. Den traditionsreichen Nikolausmarkt in Quettingen wird es in diesem Jahr nicht geben. Das hat der Vorstand der Fördergemeinschaft Quettingen (FGQ) jetzt beschlossen. Und nach nunmehr 17 Jahren sieht es so aus, als werde sich dies auch in naher Zukunft nicht mehr ändern. Die Gründe: zu hohe Kosten sowie große Nachwuchssorgen. Leicht gemacht hatte es sich der Vorstand der Fördergemeinschaft nicht. Die Entscheidung, den auf der Jakobistraße seit so langer Zeit beheimateten vorweihnachtlichen Nikolausmarkt zu beerdigen, sorgte allenthalben für Traurigkeit. "Letzten Endes", sagt FGQ-Vorsitzender Ulrich Lorenz, "müssen Gefühle aber beiseite geschoben und eine Entscheidung getroffen werden." Von Tobias Brücker

Rund ein Jahr hatte der Vorstand benötigt, um die Absage ganz offiziell zu machen. Ausführlich wurde den insgesamt 74 Mitgliedern erläutert, aus welchen Gründen der Markt nicht mehr überlebensfähig ist: Immer weniger Aussteller hatten sich für ihn interessiert, seit 2010 sei die Anzahl stetig gesunken. Seit 2011 überstieg der Aufwand den Ertrag deutlich.

Im vergangenen Jahr hatten sich 34 Aussteller mit ihren Buden auf der Jakobistraße eingefunden. Mit den Mieten hatte gerade einmal ein Drittel der Kosten gedeckt werden können. Dabei fallen alleine die Genehmigungen von der Stadt mit rund 1000 Euro ins Gewicht - das Material zur Stromversorgung von der EVL, der Strom selbst sowie das Rahmenprogramm noch gar nicht eingerechnet.

In Quettingen fällt also nun eine Traditionsveranstaltung weg. "Wir waren alle keine Profis, die Leute brachten einfach selbst gemachte Dinge mit", sagt Lorenz. So sei ein besonderes Heimatgefühl entstanden. Dass die Helfer keine Profis waren, ist allerdings auch Teil des Problems. Denn die Fördergemeinschaft plagen Nachwuchssorgen. Die Arbeiten für den Markt seien für die derzeitigen Mitglieder größtenteils nicht mehr zu stemmen, erzählt Lorenz, der noch zu den Jüngeren gehöre. Zwar lobe die jüngere Generation den Einsatz der Gemeinschaft, engagieren wolle sich aber kaum einer der Jüngeren. Und wenn sich daran bald nichts ändere, sehe es "in zwei bis drei Jahren nicht gut aus".

Daher erinnert sich der 62-Jährige gerne an die alte Zeit zurück: Seine Anfänge nahm der Markt unter anderem auf Initiative von Paul Ohlig. Dessen Bäckerei, die seit rund drei Jahren geschlossen ist, hatte lange Zeit den nötigen Strom gesponsort. Dadurch sei nur ein Zehntel der heutigen Energiekosten angefallen, betont Lorenz. Damals bestand der Markt nur aus vier bis fünf Ausstellern - und die Besucher trotzten dem Regen. Ein holpriger Start für ein baldiges Erfolgsprojekt. Ein Projekt, das jetzt wohl sein Ende gefunden hat.

Quelle: RP
 
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