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Leverkusen
Nikolausstiefel: Alter Brauch verliert sich

Leverkusen: Nikolausstiefel: Alter Brauch verliert sich
Die Stiefelparade im Kindergarten: Die kleinen Leute haben am liebesten bunte und möglichst unterschiedliche Stiefel. FOTO: gt
Leverkusen. Für Geschenke zum Nikolaustag werden kaum noch Stiefel zum Befüllen angeboten. Die Gaben werden immer größer - und auch die Leverkusener leben auf immer größerem Fuß in Stiefel & Co. Von Gundhild Tillmanns

Morgen kommt der Nikolaus - und dafür stellen auch heutzutage noch viele Kinder ihre Stiefel auf. Stiefel haben aber auch darüber hinaus eine besondere Bedeutung. Sei es im Märchen vom "Gestiefelten Kater" oder auch bei Monumenten: Stiefel bedeuten dem Träger etwas. Er fühlt sich damit bedeutsam oder einfach wohl. Die bunten Kinderstiefel im Kindergarten sind auch Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmal für die kleinen Träger. Und manchmal sind Stiefel auch zu groß, als dass man in ihre Fußstapfen treten könnte oder wollte. Dafür entdeckte eine Leverkusenerin in ihrem vergangenen Urlaub im Iran ein vortreffliches Beispiel: die überlebensgroßen Stiefel vor dem Winterpalast des letzten Schahs in Teheran.

In Opladen sucht man indes lange in den Geschäften, bis man sie noch findet: die Stiefelchen zum Befüllen mit Süßigkeiten zum Nikolaustag. Rote Mützen, weihnachtliche Taragetaschen und -säcke gibt's zwar überall. Aber nur in einem Kaufhaus an der Kölner Straße stehen sie noch parat: die Stiefel - auch wenn sie eher Wollsocken ähneln. Das mag daran liegen, dass Kinder heutzutage zum Nikolaustag größere Geschenke bekommen, die nicht in Stiefel oder Socken passen. Überhaupt scheint "die Jugend von heute" auf größerem Fuß zu leben: Das beobachtet André Daniels aus dem Opladener Schuhhaus Röseler schon seit geraumer Zeit: Während früher Größe 38 bei den Damen der Durchschnitt war, sei es jetzt ab 39 aufwärts.

Und bei Stiefeln: Bis Größe 43 für die Damen und bis Größe 49 für die Herren gebe es immer eine kleine Auswahl. Wer aber auf richtig großem Fuße lebe, der fahre nach Köln in die Spezialgeschäfte, gibt Daniels an. Übrigens seien es weniger die hohen Stiefel, als vielmehr die Stiefeletten, die in diesem Jahr am meisten nachgefragt seien. Doch auch der Schuhhändler stellt fest: "Nikolausstiefel, das war einmal. Das ist ein Brauch aus unserer Kindheit", sagt er zurückblickend.

Quelle: RP
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