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Leverkusen
Olympia? "Schwer in Worte zu fassen"

Leverkusen. Die Silbermedaillengewinner Julian Brandt und Lars Bender sind aus Brasilien zurückgekehrt. Wir haben mit ihnen über die Erfahrungen gesprochen, die sie beiden Oplympischen Spielen in Rio de Janeiro gemacht haben.  Von Dorian Audersch

Wie lange es gedauert hat, bis der Frust über die verpasste Goldmedaille der Freude über Silber gewichen ist? "Ein Weißbier würde ich sagen", sagt Lars Bender und grinst. Das Finale zu verlieren sei zwar bitter, "aber wir haben ein geiles Turnier gespielt". Als "eines der größten und schönsten Erlebnisse in meinem Leben", bezeichnet der Kapitän der Werkself die Zeit in Brasilien. "Das ist schwer in Worte zu fassen." Auf jeden Fall habe die deutsche Mannschaft Geschichte geschrieben und etwas für die Ewigkeit geschaffen.

Bender will nach der Länderspielpause fit sein

Das Endspiel gegen den Gastgeber im legendären Maracanã-Stadion, erst die Reisen durch Brasilien und am Ende das Leben im Olympischen Dorf, der sportliche Erfolg - hinter Bender und seinem Teamkollegen Julian Brandt liegen ereignisreiche Wochen. "Das war mal etwas anderes", sagt Bender. Besonders genossen habe er den Kontakt zu anderen Sportlern und die unverkrampfte Atmosphäre im Olympischen Dorf. Lars Bender kam mit einer Blessur, die er sich im Endspiel zuzog, zurück. Seine Verletzung am Sprunggelenk sei "nicht tragisch", berichtet der 27-Jährige. Er müsse etwas kürzer treten in dieser Woche, sei aber optimistisch, nach der Länderspielpause in der zweiten Septemberwoche fit zu sein. Er und auch Brandt haben noch mit dem Jetlag zu kämpfen.

Der 20-jährige schwärmt ebenfalls von der Erfahrung. "Gott sei Dank waren wir am Ende noch im Olympischen Dorf. Das ist ein einzigartiges Erlebnis." Unter anderem habe es Kontakte zu den deutschen Handballern gegeben - vor allem zu Uwe Gensheimer. "Du hast täglich die ganze Zeit Kontakt mit Athleten. Ich meine, da sind Tausende untergebracht. Da kommst du gar nicht zurecht, so viele Gesichter, wie man da sieht. Ich wäre gerne noch ein, zwei Nächte länger geblieben", erzählt Brandt. Alleine die Mensa sei schon ein Erlebnis für sich gewesen. Seine Erlebnisse im Maracanã-Stadion hingegen fasst Julian Brandt mit gemischten Gefühlen zusammen: "Du wirst nicht jeden Tag von 80.000 ausgepfiffen. Das wird auch in den nächsten Jahren so nicht wieder passieren. Das war schon enorm."

Brandt: "Theoretisch bin ich fit"

Als "Ausgleich" für die verpasste EM in Frankreich wertet der Werkself-Spieler die Olympischen Spiele in Rio nur bedingt - zumal er vergangene Saison ohnehin nicht damit gerechnet habe, zur EM zu fahren. "Es war auf jeden Fall mal eine etwas andere Saisonvorbereitung, und ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Für den Saisonstart in Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr) wähnt er sich bereit. "Theoretisch bin ich fit, aber der Trainer entscheidet. Ich habe jetzt drei Wochen ohne große Pausen gespielt. Daher ist es auch normal, wenn ich erstmal etwas herunterfahre."

Prahlen mit der Medaille will Brand nicht. Statt sie den Mannschaftskollegen in der Kabine zu zeigen, hat Brandt sie gestern im Kofferraum gelassen. "Wir sehen uns ja noch oft genug. Von daher kann ich die ja noch das ein oder andere Mal mitbringen."

Quelle: RP
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