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Leverkusen
Olympioniken: von Morsbroich nach Rio

Leverkusen. Im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich wurden gestern beim Sportlerempfang 2015 Athleten und Spieler für Erfolge des Vorjahres geehrt. Allerdings war bei manchem die neue Saison schon viel präsenter als die vergangenen Verdienste. Von Roman Zilles

Im Alltag spiele der WM-Triumph kaum noch eine Rolle. "Oft denke ich nicht daran", erzählt Katharina Molitor. Es bleibt wenig Gelegenheit, den Wettkampf im August in Peking samt ihres 67,69-Meter-Wurfs wieder vor ihr inneres Auge zurufen. Denn die Speerwerferin des TSV Bayer 04 hat im Hier und Jetzt genug zu tun. "Im Kopf bin ich längst in der neuen Saison", sagt die 32-Jährige. Zuletzt weilte sie im Trainingslager in Südafrika oder in Kienbaum, oder sie ist bei den Leverkusens Zweitliga-Volleyballerinnen aktiv.

Gestern reiste sie nach Schlebusch - in die Vergangenheit. Im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich wurden beim Sportlerempfang 2105 verdiente Spieler und Athleten geehrt. Vorab erkundigte sich Bürgermeister Gerd Wölwer, der Oberbürgermeister Uwe Richrath vertrat, bei Meinolf Sprink, dem Direktor Fans/Soziales bei Bayer 04, über das aktuelle Geschehen (in Form des gestrigen 1:2 der Werkself im Test gegen Bochum), dann wandte er sich der Vergangenheit zu: den Verdiensten der vielen Aktiven, die dafür sorgen, dass Leverkusen nicht nur wegen "den Staus auf den Autobahnen", sondern auch wegen des hohen Aufkommens an starken Sportlern Bekanntheit genießt.

Ausdrücklich gewürdigt wurden aber nicht nur die Leistungen der Spitzensportler wie der RTHC-Ruderer oder der Leichtathleten, die bei der Behinderten-WM Siege gefeiert hatten. Sondern Wölwer erinnerte auch daran, dass im vorigen Jahr über 170 Nachwuchssportler vom TSV Bayer 04 bei nationalen oder internationalen Wettkämpfen einen der ersten fünf Plätze belegt haben. "Konkret wurden insgesamt 81 Medaillen bei Deutschen Meisterschaften errungen, davon 36 Goldmedaillen", unterstrich er und verwies auf 37 internationale Medaillen (19 Mal Gold). Mit aufs Siegertreppchen hievte Wölwer zugleich die Sponsoren sowie die zahlreichen ehrenamtlichen "Kümmerer hinter den Kulissen", die das Vereinsleben aufrecht erhalten. Dem Judoka Karl-Richard Frey, der nach Bronze (2014) voriges Jahr WM-Silber gewann, empfahl Wölwer "diesen Trend im olympischen Jahr fortzusetzen" - und erhielt als Antwort ein Nicken und ein Lächeln von NRWs Sportler des Jahres.

Von Morsbroich nach Rio und zurück - das entspräche im übrigen auch Molitors Zielen. Längst schon seien die Olympischen Spielen in Brasilien im Alltag viel präsenter als ihr Erfolg in Peking. Die Qualifikation für den Saison-Höhepunkt ist das nächste große Ziel für sie. "Die Konkurrenz ist stark, und keine deutsche Speerwerferin kann sich jetzt schon sicher sein, dass sie dabei ist", sagte Molitor. Aber wenn alles gut klappt, kehrt sie in einem Jahr in den Spiegelsaal des Schlosses zurück. Mit Gold, Silber oder Bronze? Molitor: "Das kann keiner sagen. Aber mein Ziel ist es, nächstes Jahr wieder hier beim Sportlerempfang zu sein."

Quelle: RP
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