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Leverkusen
"Unser OP-Kennzeichen, dat es e Jeföhl"

Die ersten OP-Kennzeichen in Leverkusen sind da
Die ersten OP-Kennzeichen in Leverkusen sind da FOTO: Ulrich Schütz
Leverkusen. Pünktlich um acht Uhr drängten sich am Montag etwa 50 Leverkusener in das Straßenverkehrsamt. Eine Stunde später waren 42 OP-Schilder ausgegeben. Von Ulrich Schütz

Nicole Kumfert hat gestern, Montag, 3. August 2015, ein Stück Opladener Geschichte geschrieben (oder muss es heißen: Sie hat sich ins Leverkusener Geschichtsbuch eingetragen? - gut 40 Jahre nach der Fusion von Alt-Leverkusen mit der Kreisstadt Opladen?). Die Ratsherrin der Linken hielt gestern als erste Leverkusenerin eines der neuen OP-Kennzeichen in den Händen. Das rote Kumfert-Auto trägt jetzt die Schildkombination "OP FC 1". Insgesamt holten sich bis Montagnachmittag über 115 Opladen-Liebhaber "ihr" persönliches OP-Autokennzeichen ab.

Die Freude über dieses besondere Blech fürs Auto, Motorrad oder den Anhänger war allen anzumerken. Und fast alle verbinden eine Geschichte mit dem neuen Schild. Nicole Kumpfert: "Ich bin seit rund 20 Jahren FC-Köln-Fan, habe seither eine Dauerkarte für die Südkurve - und ich bin Opladen-Fan", erzählte sie. Da schaute Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn, der Kumfert zum Kennzeichen gratulierte, doch etwas kritisch drein. Ein RP-Internet-Leser klagte: "Ein Nummernschild mit ,FC' geht in der Bayer 04-Stadt gar nicht, schrecklich." Überhaupt erregten sich viele Online-Leser über die linke Kumfert mit der Vorliebe für den Verein der Nachbarstadt. Da kochte die Fußballseele.

Das OP-Kennzeichen ist wieder da

Opladen Plus-Ratsherr Markus Pott, der die Wiedereinführung durchgesetzt hat, sagte den für ihn entscheidenden Satz zur ganzen OP-Kennzeichen-Debatte: "Für mich ist heute das Hochamt." Sein Obst-Transporter trägt seit gestern auch "OP" an Heck und Front.

Kurz nach sieben Uhr, damit fast eine Stunde vor der offiziellen Öffnung des Straßenverkehrsamtes Leverkusen, standen die ersten OP-Schilderfans vor der Eingangstür. Knapp 50 Autohalter drängelten sich dann um Punkt acht Uhr in den Anmeldebereich, deutlich mehr als sonst an einem Montag. 1379 OP-Kennzeichen waren bis Montag vorbestellt, berichtete Friedhelm Laufs, Leiter des städtischen Fachbereichs Straßenverkehr.

Trotz des kleinen Ansturms hielt sich die Wartezeit für die Ummeldungen von "LEV" auf "OP" in Grenzen: Gut eine Stunde (einschließlich neues Schild fertigen lassen), dann hielten auch die letzten der ersten Anmeldegruppe triumphierend ihr Schild in den Händen. Insgesamt gab es bis zum Mittag 196 Vorgänge, allein 83 Fahrzeugeigner wechselten von LEV auf OP. Die Kosten für diese außergewöhnliche OP-Liebe: etwas über 40 Euro an städtischen Gebühren und etwa weitere 28 Euro für zwei neue Auto-Kennzeichen.

Die historische Wiedereinführung des OP-Kennzeichens faszinierte auch die Kölner Medien: WDR- und Köln TV-Teams hielten das Ganze auf Video fest. Auch die Geschichte von Klaus Kirschey, der als Student mit einem VW-Bus durch die Wüsten von Tunesien fuhr - natürlich auch damals mit OP-Kennzeichen: "Obwohl ich geborener Wiesdorfer bin - aber ich wohne seit 1957 in Opladen." Seit gestern trägt sein Auto "OP KK 315", für Klaus Kirschey, geboren 31. Mai.

Auch Dirk Pott (AGO-Vorstand) holte sich eine Serie von OP-Nummernschildern ab. Oder Oliver Raczek, Eigner eines Opel OPC: Er buchte "OP C 241" für seinen Wagen, Baujahr 2007, der original 241 PS hat, "aber jetzt knapp 300", wie Raczek verriet.

Lena Hölzer aus Bergisch Neukirchen musste auch für ihren Vater (war in Urlaub) aufs Amt: Mittwoch, 0.10 Uhr, hatten sie ihre Wunsch-Schilder reserviert, darunter das "OP EL 58H": "Mein Vater hat einen Opel Kapitän, Baujahr, 1958, erzählte Lena Hölzer stolz. Und für sich selbst hat sie auch gewechselt: Auf "OP LH 1".

Quelle: RP
 
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