| 15.19 Uhr

Neue Bahnhofsbrücke
Bahnstadt verteilt Ermahnungen an Radfahrer

"Knöllchen" für Radfahrer am Bahnhof Opladen
Leverkusen. Radfahrer, die ihre Zweiräder auf der neuen Brücke am Opladener Bahnhof abstellen, werden bei ihrer Rückkehr überrascht sein: Per Zettel ermahnt sie die Bahnstadt, dies künftig zu unterlassen. Von Susanne Genath

Radfahrer, die ihre Zweiräder auf der neuen Brücke am Opladener Bahnhof abstellen, werden bei ihrer Rückkehr mit einem Zettel auf Gepäckträger oder Flaschenhalter überrascht: Per Zettel ermahnt sie die Bahnstadt, dies künftig zu unterlassen. "Bitte um Rücksicht auf Menschen mit Behinderung!", ist darauf zu lesen und: "Durch Fahrräder auf der Bahnhofsbrücke verlieren sehbehinderte Menschen die Orientierung auf ihrem Weg über die Brücke."

Man sei von Sehbehinderten auf diese Schwierigkeit aufmerksam gemacht worden, berichtet Bahnstadt-Sprecherin Irmgard Schenk. "Wenn sie dem Leitsystem im Boden folgen, bleiben sie mit dem Taststock an den Rädern hängen und wissen dann nicht mehr weiter." Die Zettel seien die einfachste Art, die Radbesitzer darauf aufmerksam zu machen. "Vermutlich ist den meisten gar nicht bewusst, dass sie ein Hindernis im Blindenleitsystem darstellen", sagt Schenk.

Noch keine Sanktionen

Über Sanktionen habe man noch nicht nachgedacht. In anderen Städten werden die Schlösser von verkehrsbehindernd abgestellten Rädern aufgeschnitten und die Drahtesel entfernt. Ähnliches sei in Opladen nicht geplant. "Wir hoffen, dass unser Appell fruchtet", erklärt Schenk. Die Zahl der Falschparker sei am Montag ohnehin gering gewesen. Eine Park-Alternative für die Drahtesel wird auf dem Flugblatt ebenfalls genannt: "Ketten Sie Ihr Fahrrad an der Fahrradabstellanlage unterhalb der Rampe West an."

Aufzüge an den Bahnsteigen fahren noch immer nicht

Nicht im Machtbereich der Bahnstadt Opladen lägen dagegen die Aufzüge zu den Bahnsteigen, die noch immer nicht in Betrieb sind. Eigentlich sollten sie ab Mitte Januar laufen. Doch das ist nicht der Fall. "Dafür ist die Deutsche Bahn zuständig", erklärt Irmgard Schenk. Das Schienenverkehrsunternehmen gibt den Schwarzen Peter jedoch weiter: "Die bauausführende Firma hat uns noch keinen verbindlichen Fertigstellungstermin genannt", teilt ein Bahnsprecher mit. Warum es zu den Verzögerungen komme, sei nicht bekannt. Grundsätzlich habe der Aufzugsbauer schon etliche Lifte für Bahnhöfe gebaut. "Sie funktionieren tadellos."

Da es sich bei den Aufzügen zu den Gleisen um komplett automatische handele, seien die Anforderungen an die Technik sehr hoch, unter anderem an das Notrufsystem und den Verschlussmechanismus der Tür. "Der TÜV kann erst kommen und alles abnehmen, wenn der Bauausführende das Okay dazu gibt", erklärt der Bahnsprecher.

Man bedauere die Verzögerung sehr. "Ein Aufzug ist ja nicht nur für gehbehinderte Menschen wichtig, sondern auch für alle, die beispielsweise einen Kinderwagen oder einen großen Koffer dabei haben." Eine Rolltreppe sei kein geeigneter Ersatz.

(sug)
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