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Leverkusen
Opladen: Buchhandlung Noworzyn feiert fünfjähriges Bestehen

Leverkusen. Seit mittlerweile fünf Jahren ist die Buchhandlung Noworzyn in Opladen an der Birkenbergstraße zu Hause. Betreiberin Heike Noworzyn ist in Leverkusen keine Unbekannte. Von Tobias Falke

Schließlich habe sie, wie sie sagt, vor vielen Jahren bei der Buchhandlung Steinacker angefangen. "Und die Kunden, die damals zu mir kamen, kommen noch heute", erklärt Noworzyn. Deshalb sei die Buchhandlung nicht nur ein reiner Bücherverkauf, sondern eben auch ein Ort der Begegnung und Seelsorge. "Meine Kunden und ich reden über Trauerfälle oder Taufen und Konfirmation der Enkelkinder, das kann oft schon sehr persönlich sein." Wenn sie auf die letzten fünf Jahre zurückblicke, sei sie stolz, was die Birkenbergstraße ihr biete: "Die Buchhandlung gibt mir und hoffentlich auch meinen Kunden ein Stück Kontinuität. Die Leute kommen hier zum Metzger, zum Bioladen und eben auch zu mir. Wir sind quasi die heimliche ,Kö' von Opladen", scherzt sie mit einer Anspielung auf Düsseldorfs bekannte Shoppingmeile. Zum fünfjährigen Bestehen gab es neben kleinen Leckereien und Kinderschminken einen Stargast. Peter Rüchel, Gründervater der TV-Sendung Rockpalast, signierte speziell für anwesende Kunden sein Buch "Rockpalast - Peter Rüchels Erinnerungen" mit vielen Fotos aus seiner Schaffenszeit. 1974 startete die Sendung. Sie zählte zu einer der erfolgreichsten Sendungen der damaligen Zeit. Künstler und Legenden wie der vor Kurzem verstorbene David Bowie, The Who, ZZ Top, Red Hot Chili Peppers oder Bap traten vor der Kamera auf.

Ein Kunde geriet angesichts der Erinnerungen direkt ins Schwärmen: "Damals war der Rockpalast ja vor allen Dingen in der DDR bekannt. Als die Sendung begann, wurden die Antennen gedreht, damit man die neue Ausgabe sehen konnte." Eigentlich, sagt er, sei es verboten gewesen, die Sendung zu sehen. Für Heike Noworzyn war es jedenfalls ein gelungener fünfter Geburtstag ihrer Buchhandlung. Dennoch stelle sie immer wieder fest, dass sie zum jüngeren Publikum keinen Zugang findet. Die 25 bis 40-jährigen Kunden würden nicht bei ihr kaufen. "Die bestellen alles im Internet", sagt die Geschäftsfrau.

Deshalb sporne sie alle Leverkusener an, sich ihrer Umwelt besser bewusst zu werden und etwas für die Infrastruktur vor Ort zu tun. "Die Gesellschaft verpuppt sich doch. Viele Leute gehen nur noch arbeiten und bestellen sich ihre Ware nach Hause", stellt sie fest. "Meinen Stammkunden ist es zum Glück nicht so wichtig, ob sie bei mir ein Buch für 20 Euro kaufen oder im Internet für 18 Euro."

Quelle: RP
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