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Leverkusen
Opladener City braucht "Blumen, Textil, Bücher"

Leverkusen: Opladener City braucht "Blumen, Textil, Bücher"
Wie lebendig die mit schlechtem Image belastete Bahnhofstraße sein kann, zeigte Ende Mai das Straßenfest mit Stelzenläufern und anderem Angebot. FOTO: UM
Leverkusen. Der Handel im Stadtteil ist derzeit im Wandel mit Neueröffnungen und- bauten. Dazu trägt nicht nur das Stadtteilentwicklungskonzept bei. Von Ludmilla Hauser

Das wird was fürs Auge. Da ist sich Ludger Janning, Chef des Opladener "Hotels 16", sicher. Er spricht vom Frühstücksangebot seines künftigen "Café 10", schwärmt von Themenangeboten und dem Standort mit Terrasse. Der liegt neben der Remigiuskriche und versorgte zuletzt Gäste des Restaurants Gretchen. Jetzt will der Hotelier mit der "10" - so die Hausnummer an der Düsseldorfer Straße - punkten: Am 21. Juni ist Eröffnung.

Es ist nicht das einzige Projekt in Opladen: Schräg gegenüber zieht der Gemeinnützige Bauverein (GBO) ein Gebäude hoch, in dem ein Rewe-Markt einziehen wird. "Das angrenzende Dekorationsgeschäft ,Diva' geht zum Ende des Jahres raus", erzählt GBO-Chef Bernd Fass. "Dann wird das Areal an den Supermarktbereich angegliedert."

Ludger Janning baut derzeit im ehemaligen Café Sax/Gretchen um. Ab 21. Juni gibt es Frühstück, Mittag, Kaffee und Kuchen im "Café 10". FOTO: Uwe Miserius

Auch in der Fußgängerzone tut sich viel: Das Mini-Kaufhaus Botex im ehemaligen Ladenlokal von Greko-Moden und später Koko Maro zieht aus, Ernsting's Family von gegenüber ein. "Botex war nur als Interimslösung gedacht", berichtet Susanne Trösser vom Rheinischen Immobilienservice (RIS), die den Wandel im Handel mitverfolgt, teils mitvermittelt. "Auf der Bahnhofstraße hat eine Pizzeria aufgemacht. Sieht nett aus", ergänzt sie.

Am derzeitige Ladenlokal von Ernsting's soll dem Vernehmen nach ein Hörgeräteakustiker Interesse haben. In der Stadt laufen auch Gerüchte, im Ladenlokal der ehemaligen Buchhandlung Heinrich an der Goethestraße sei etwas Neues geplant, und bei der Parfümerie auf der Kölner Straße stünden demnächst Änderungen ins Haus. Fakt ist: Der GBO hat auf der Kölner Straße (gegenüber Reformhaus) einen Block mit drei Ladenlokalen erstanden. "Wir bauen Wohn- und Geschäftshäuser", sagt Fass.

Dass sich in Opladen viel tut - eine Expertenjury hat sich just für eine der Planungsideen für die Bahnhofstraße entschieden, die Anfang Juli der Politik vorgestellt wird (wir berichteten) - freut unter anderem Regine Hall-Papachristopoulos von der Aktionsgemeinschaft Opladen (AGO). "Natürlich leiden wir insgesamt darunter, dass die Zeiten vorbei sind, wo Opladen drei Herrenausstatter hatte. Das liegt aber nicht am Kreisstadtverlust, wie viele meinen, sondern am geänderten Kaufverhalten."

Dennoch habe Opladen Kaufkraftpotenzial, das noch nicht ausgeschöpft werde. Daran müssen wir arbeiten", betont Hall. Das geschehe auch mit dem Stadtteilentwicklungskonzept. "Das sind Akzente, die zur Aufenthaltsqualität für Opladen beitragen."

Gerade an der Bahnhofstraße scheint Bewegung in die Geschäftswelt zu kommen. "Wir schaffen es langsam, Ladenkonzepte für die Straße zu interessieren", sagt Rainer Bertelsmeier von der Wirtschaftsförderung Leverkusen. Die Straße sei von schlechtem Image geprägt. "Das müssen wir loswerden." Nach den Sommerferien wolle die WFL mit Hauseigentümern sprechen - und weiterhin versuchen, "standortgerechten Handel" für die Bahnhofstraße zu interessieren: "Blumen, Textilien, Bücher", nennt Bertelsmeier, sagt aber auch: Es sei schwierig, inhabergeführte Geschäfte herzulotsen. Bei denen muss die Finanzierung klar sein."

Um Käufer in Opladen zu halten, müssten ergänzende Geschäfte her, meint Hall, etwa in das geplante Bahnhofs-Carré. "Dort darf es keinen Verdrängungswettbewerb geben, sondern etwa einen Ankermieter, der die Leute anzieht." Aber auch die Gastronomie könnte sich noch steigern, sagt sie. Ludger Janning geht mit gutem Beispiel voran.

Quelle: RP
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