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Leverkusen
Opladener schimpfen über Seufzerbrücke

Leverkusen: Opladener schimpfen über Seufzerbrücke
Viele Verantwortliche für die Brücke wünschen sich, dass langsam mal Gras über die Probleme der Bahnhofsbrücke Opladen wächst: Seit zehn Tagen steht der städtische Aufzug im Treppenturm (links) still. Die Brücke ist seither nur noch schwer erreichbar. Inzwischen wünschen sich die Nutzer schon den alten Tunnel zurück. FOTO: Ulrich Schütz
Leverkusen. Die Brücke am Bahnhof Opladen bringt Bürger zum Stöhnen, denn ein Problem reiht sich an das nächste. Weiter steht der Aufzug an der Bahnhofstraße still. Von Sebastian Fuhrmann

Die Rampe am Opladener Ende der neuen Bahnhofsbrücke ist nicht der Mont Ventoux, aber die Frau, die ihren Kinderwagen hinaufschiebt, macht ein Gesicht, als müsse sie den unbarmherzigen Berg der Provence erklimmen. Mit beiden Händen hängt sie hinter der Lenkstange des Wagens. Als sie endlich oben angekommen ist, hält die Frau an, um zu verschnaufen. Erleichterung.

Wieder einmal steht der städtische Aufzug an der Bahnhofstraße still, und das schon seit mehr als zehn Tagen. Menschen, die von Opladen aus auf die Brücke wollen, müssen auf die Treppe oder die Fahrradrampe ausweichen. Senioren und Gehbehinderte trifft das hart. Und es ist nicht das erste Mal, dass Aufzüge an der Brücke stehen. Die neue Querung, die erst im vergangenen Dezember eröffnet wurde, sorgt bei den Leverkusenern zunehmend für Unmut.

Ortsbesuch: Die Menschen, die am Dienstag auf der Brücke unterwegs sind, äußern ihre Meinung lieber hinter vorgehaltener Hand, das heißt ohne ihre Namen zu nennen. "Ich nutze die Brücke jeden Tag mit Wut im Bauch, und das als rheinische Frohnatur", sagt eine 75-Jährige, die sich mit Rucksack zu Fuß die Fahrradrampe heraufgequält hat. "Der Aufzug ist mir nicht geheuer", sagt sie. "Es ist immer alles kaputt." Eine 52-Jährige in Sommerschuhen schimpft über den bei Nässe "glitschigen" Boden.

Zwei Mal in der Woche nutzt ein Ehepaar aus Lützenkirchen (sie 72, er 75) die Brücke. Was die Eheleute stört: "Wenn man mit Taschen hier rüber will, ist das sehr anstrengend, besonders wenn die Aufzüge nicht fahren", sagt die Frau. "Außerdem ist der Weg länger geworden." Ob die alte Lösung, also der Tunnel, praktischer war? "Ja."

Im sozialen Netzwerk Facebook äußern Nutzer weitere Kritik an der Brücke: Wer es eilig habe, müsse früher losgehen, weil der Weg zu den Gleisen weiter geworden sei. Die Treppen an der Opladener Seite seien viel zu schmal. "Wenn ein Zug ankommt und alle wollen runter, aber man selbst läuft gerade hoch, wird man zwangsläufig auch noch umgerannt", schreibt eine junge Frau.

Eine gute Nachricht: Noch diese Woche soll der städtische Aufzug an der Bahnhofstraße wieder fahren. Das bestätigte eine Sprecherin der Bahnstadt unserer Redaktion. Noch aber fehle das bestellte Ersatzteil für die beschädigte Elektronik.

Quelle: RP
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